17 April 2026, 18:33

Abseitsfehler im DFB-Pokal entfacht Videobeweis-Debatte neu

Schiedsrichter spricht mit zwei Fußballspielern auf einem saftig grünen Feld, ein Spieler hält einen Fußball.

Abseitsfehler im DFB-Pokal entfacht Videobeweis-Debatte neu

Ein umstrittener Abseitsfehler im DFB-Pokal hat die Forderungen nach einer früheren Einführung des Videobeweises in dem Wettbewerb neu entfacht. Beim Spiel des 1. FC Köln gegen den FC Bayern München übersah Schiedsrichter Tobias Welz die Abseitsposition von Leroy Sané vor dessen Ausgleichstreffer. Der Vorfall heizt die ohnehin schon hitzige Debatte über den Einsatz von Technologie im deutschen Fußball weiter an.

Die Kontroverse begann, als Welz Sanés Tor trotz klarer TV-Bilder, die seine Abseitsstellung bewiesen, gelten ließ. Der Fehler löste scharfe Kritik aus und befeuerte die Rufe nach dem Videobeweis bereits ab der zweiten Pokalrunde. Besonders laut wird dabei Bayern-Chef Max Eberl, der sich vehement für die Änderung einsetzt. Seiner Meinung nach verdienen wichtige Spiele dieselbe technologische Unterstützung wie Partien in der Bundesliga.

Doch auch der Videobeweis selbst steht in der Liga in der Kritik. Eintracht Frankfurts Trainer Dino Toppmöller geißelte das System, nachdem seiner Mannschaft in einem 1-1 gegen Heidenheim ein Tor aberkannt worden war. Die Widersprüche bei der Anwendung lassen Vereine und Funktionäre uneins über die Zuverlässigkeit der Technologie zurück.

Die größten Hürden bleiben jedoch die Kosten. Der Videobeweis in Bundesliga und 2. Bundesliga verursacht Basisausgaben von knapp 11 Millionen Euro, hinzu kommen Personalkosten in Höhe von einer weiteren Million – das entspricht etwa 20.000 Euro pro Spiel. Für unterklassige Vereine, die weitaus geringere TV-Einnahmen erzielen, wären diese Gebühren kaum zu stemmen. Jochen Drees, Innovationschef der DFB Schiri GmbH, betont zwar, dass der Videobeweis theoretisch bereits in der zweiten Runde eingeführt werden könnte, doch die Finanzierung ist nach wie vor ungeklärt.

Der Abseitsfehler in Köln hat den Druck auf den DFB nun weiter erhöht. Während Top-Klubs wie Bayern eine schnellere Einführung fordern, verweisen andere auf die finanzielle Belastung für kleinere Vereine. Ohne ein tragfähiges Finanzierungskonzept wird die Diskussion vorerst weitergehen – und jeder neue Schiedsrichterfehler hält das Thema in den Schlagzeilen.

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