ARD setzt auf Gaming: Wie der Sender junge Zielgruppen mit Computerspielen erobert
Reza HendriksARD setzt auf Gaming: Wie der Sender junge Zielgruppen mit Computerspielen erobert
Die ARD baut ihre Bemühungen aus, junge Zielgruppen über Gaming zu erreichen. Dazu hat sie das „ARD Games Network“ ins Leben gerufen, um eigene Computerspiele zu entwickeln und zu fördern. Mit diesem Schritt will der Sender neue Plattformen wie VR, AR und das Metaversum erschließen – und gleichzeitig ein breiteres Publikum ansprechen.
Digitale Spiele sind längst fester Bestandteil der deutschen Kultur. Fast 50 Millionen Menschen spielen regelmäßig, die Geschlechterverteilung ist ausgeglichen, das Durchschnittsalter liegt bei 38 Jahren. Die ARD sieht darin eine Chance, über das klassische Fernsehprogramm hinaus mit den Zuschauerinnen und Zuschauern in Kontakt zu treten.
Das neue Netzwerk wird in vier zentralen Bereichen aktiv: Strategie, Community, Kultur und Wachstum. Es soll die Zusammenarbeit zwischen den ARD-Landesrundfunkanstalten stärken. Einige Sender wie der SWR haben bereits erste Erfolge vorzuweisen – etwa mit Titeln wie „Tatort Game“ oder „Nachrichtenmacher“.
Auf der Gamescom präsentierte die ARD ein Spiel für die Plattform Roblox. SWR-Intendant Kai Gniffke betonte das Potenzial von Gaming, um Vielfalt zu fördern und Gruppen anzusprechen, die von klassischen Formaten oft nicht erreicht werden. Nun muss der öffentlich-rechtliche Rundfunk jedoch beweisen, dass diese Initiativen zu seinem Auftrag passen – und ihren Erfolg durch messbare Zuschauerbindung untermauern.
Kritiker fragen indes, ob die Entwicklung von Computerspielen überhaupt zum Aufgabenbereich eines öffentlich-rechtlichen Senders gehört. Die ARD steht nun vor der Herausforderung, den Mehrwert ihrer Gaming-Projekte nachzuweisen. Sie muss sicherstellen, dass sie den Ansprüchen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gerecht werden und eine nachweisbare Reichweite erzielen. Gelingt dies, könnte die Initiative die Art und Weise verändern, wie der Sender mit digitalaffinen Zuschauerinnen und Zuschauern interagiert.






