Autofreie Schulstraßen in Köln zeigen Erfolg – mehr Sicherheit für Kinder
Lutz KühnertAutofreie Schulstraßen in Köln zeigen Erfolg – mehr Sicherheit für Kinder
Kinder in Deutschland sind im Straßenverkehr besonders gefährdet – wegen ihrer geringen Körpergröße und der noch eingeschränkten Fähigkeit, Gefahren vor dem achten Lebensjahr richtig einzuschätzen. Um dem entgegenzuwirken, haben Städte bundesweit sogenannte "Schulstraßen" eingeführt: Zonen, in denen während der Bring- und Abholzeiten von Schülern Autos verboten sind. Ein solches Projekt in Köln-Brück zeigt bereits nach zwei Jahren positive Ergebnisse.
An der Diesterwegstraße-Gemeinschaftsgrundschule im Kölner Osten fährt die achtjährige Annabel sonst meist mit ihrem Roller zur Schule. Heute geht sie zu Fuß – dank der autofreien Schulstraße, die Teil eines 2022 gestarteten Pilotprojekts der Stadt ist. Die Initiative, an der zunächst vier Grundschulen teilnahmen, soll nicht nur Verkehrsgefahren verringern, sondern auch Kinder vor schädlichen Abgasen und Lärmbelastung schützen.
Das Kölner Modell in Brück hat bereits zu weniger Staus und mehr Sicherheit geführt, auch wenn Anwohner betonen, dass weitere verkehrsberuhigende Maßnahmen nötig sind. Zwar gibt es für einige Anlieger Ausnahmen vom Fahrverbot, doch insgesamt ist der Autoverkehr deutlich zurückgegangen. Im Essener Stadtteil Holsterhausen etwa sank die tägliche Fahrzeugzahl auf einer Schulstraße von 156 auf nur noch zehn Fahrzeuge.
Mittlerweile gibt es in Deutschland über 70 dieser Schulstraßen, darunter dauerhafte Projekte in Städten wie Dresden und Ulm. Köln hat sein Programm seit 2020 ausgebaut und weitere Standorte in Neustadt-Süd, Nippes und Mülheim hinzugefügt. Allein Nordrhein-Westfalen führte Anfang 2024 58 neue Schulstraßen ein, während Niedersachsen und Baden-Württemberg mit ähnlichen Vorhaben folgten. Der Vorstoß kommt zu einer Zeit, in der jedes vierte Kind in Deutschland mit dem sogenannten "Elterntaxi" zur Schule gebracht wird – eine Gewohnheit, die sowohl das Verkehrsaufkommen als auch das Unfallrisiko erhöht.
Die Schulstraßen haben sich bereits als wirksam erwiesen, um den Autoverkehr zu reduzieren und sichere Wege für Grundschüler zu schaffen. Da inzwischen Dutzende dieser Zonen bundesweit in Betrieb sind, setzen immer mehr Städte auf das Konzept als Teil umfassender Maßnahmen zum Schutz von Kindern im Straßenverkehr. Gleichzeitig trägt das Modell zur Verringerung von Luftverschmutzung und Lärm bei – eine praktische Lösung für Schulumgebungen und ihre Anwohner.
Colognes autofreie Schulstraßen werden nach erfolgreichem Pilotprojekt dauerhaft
Die vier Pilotprojekte autofreier Schulzonen in Köln, darunter die Diesterwegstraße-Gemeinschaftsgrundschule, wurden für den Dauerbetrieb genehmigt. Aktuelle Berichte zeigen:
- Der Verkehr ist um 7% gesunken, wobei immer noch 13% der Eltern Autos nutzen.
- Pläne für die dauerhafte Umsetzung wurden nach dem Sommer 2024 an die Bezirke übergeben.
- Drei weitere Zonen in Neustadt-Süd, Nippes und Mülheim sind nun in Entwicklung.






