Bergisch Gladbach kämpft mit massivem OGS-Platzmangel vor Schulstart
Bergisch Gladbach steht vor einem Mangel an Betreuungsplätzen für den kommenden Offenen Ganztag
In Bergisch Gladbach fehlen im nächsten Schuljahr 185 Plätze in der Offenen Ganztagsschule (OGS). Trotz gesetzlicher Verpflichtungen zur Kinderbetreuung kann die Stadt die Nachfrage nicht decken.
Betroffen sind Familien in der gesamten Stadt: 32 Kinder haben zwar einen rechtlichen Anspruch auf Betreuung, erhalten aber aufgrund begrenzter Kapazitäten keinen Platz. An der GGS Heidkamp konkurrieren fast 300 Schüler:innen um nur 200 OGS-Plätze – viele Erstklässler:innen bleiben ohne Betreuung. Ähnlich sieht es an der GGS Moitzfeld aus, wo 13 Erstklässler:innen mit gesetzlichem Anspruch keinen Platz erhalten.
Besonders prekär ist die Situation in Moitzfeld, wo die OGS-Abdeckung bei nur 58 Prozent liegt – deutlich unter dem Stadtdurchschnitt von 76,9 Prozent. Um die Lage zu entlasten, plant die Stadt eine verlängerte Betreuung an der GGS Heidkamp: Im nahen interkulturellen Zentrum „Paula“ sollen bis zu zehn zusätzliche Plätze von 11:30 bis 14:00 Uhr entstehen. Ohne solche Maßnahmen wäre der Mangel noch größer, und mehr Familien müssten sich nach Alternativen umsehen.
Langfristige Lösungen sind in Arbeit, brauchen aber Zeit. Der bedarfsgetriebene Ausbau der GGS- und OGS-Einrichtungen in Moitzfeld steht erst an sechster Stelle der Schulsanierungs-Prioritätenliste; mit Baubeginn ist frühestens 2027 zu rechnen. Gleichzeitig verschärft ein neues Bundesgesetz den Druck auf die Kommunen: Ab dem Schuljahr 2026/27 haben alle Grundschulkinder in Deutschland einen Rechtsanspruch auf ganztägige Betreuung – beginnend mit den Erstklässler:innen. Das bedeutet acht Stunden Betreuung täglich, von 8 bis 16 Uhr, inklusive Ferienzeiten.
Aktuell kann die Stadt nicht alle anspruchsberechtigten Kinder mit OGS-Plätzen versorgen. Ohne Kapazitätserweiterungen wird die Lücke zwischen Bedarf und Angebot weiter wachsen. Die geplante verlängerte Betreuung und zukünftige Bauprojekte sollen Abhilfe schaffen, doch kurzfristige Lösungen bleiben begrenzt.
