Bergisch Gladbach vor der Pleite: 50 Millionen Defizit und Jobverluste erschüttern die Stadt
Reza HendriksBergisch Gladbach vor der Pleite: 50 Millionen Defizit und Jobverluste erschüttern die Stadt
Bergisch Gladbach steuert auf eine sich verschärfende Finanzkrise zu – für den Haushalt 2026 wird ein Defizit von voraussichtlich 50 Millionen Euro erwartet. Der städtische Kämmerer warnt, dass die Stadt bis 2027 in die Insolvenz rutschen könnte. Gleichzeitig streichen lokale Unternehmen Stellen, und Steuererhöhungen für die Bürger wurden bereits beschlossen, um die Lücke zu schließen.
Die Probleme der Stadt verschärfen sich, während Industrieunternehmen weiter schließen oder ihre Produktion zurückfahren. Bereits Anfang 2025 planten fast 40 Prozent der Betriebe im Kreis Entlassungen. Ein schwerer Schlag war der Zusammenbruch der Zanders-Papierfabrik, die unter einer Rechnung von sieben Millionen Euro für CO₂-Zertifikate zusammenbrach – 380 Arbeitsplätze gingen verloren, und fast 200 Jahre Produktionsgeschichte endeten. Ähnlich stellte Isover wegen des Gebäudeenergiegesetzes den Betrieb ein, was weitere 160 Stellen kostete.
Dr. Uwe Vetterlein, Hauptgeschäftsführer der örtlichen Industrie- und Handelskammer, erklärte im Februar 2026, die Deindustrialisierung schreite rasant voran. Zwar lassen sich keine direkten Arbeitsplatzverluste in Bergisch Gladbach selbst auf die Klimapolitik des Landes zurückführen, doch regionale Trends – wie Entlassungen im Münsterland – zeigen den Druck auf die Wirtschaft. Zudem liegen die Hebesätze der Stadt weiterhin über dem Durchschnitt vergleichbarer Kommunen in Nordrhein-Westfalen und belasten die Haushalte zusätzlich.
Als Reaktion schlug die AfD-Fraktion im Rat einen Zehn-Punkte-Plan vor, um den Haushalt ohne Steuererhöhungen auszugleichen. Stattdessen solle Personal aus abgeschafften Stellen in bereiche mit Einnahmepotenzial umgeschichtet werden. Konkrete Sofortmaßnahmen, um das aktuelle Defizit auszugleichen oder weitere Stellenstreichungen zu stoppen, stehen jedoch noch aus.
Mit einem Fehlbetrag von 50 Millionen Euro und schwindender Industrieaktivität bleibt die finanzielle Zukunft Bergisch Gladbachs düster. Der Verlust traditionsreicher Unternehmen wie Zanders und Isover hat bereits über 500 Arbeitsplätze in der Region gekostet. Ohne höhere Einnahmen oder drastische Ausgabenkürzungen droht der Stadt noch in diesem Jahr die Pleite.






