Berliner Theatertreffen 2024 feiert epische Langzeitinszenierungen wie Wallenstein
Anto StumpfBerliner Theatertreffen 2024 feiert epische Langzeitinszenierungen wie Wallenstein
Das Berliner Theatertreffen 2024 – ein Festival der langen Abende
Vom 1. bis 17. Mai präsentierte das diesjährige Berliner Theatertreffen zehn herausragende Inszenierungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Darunter war Wallenstein: Ein Fest des Krieges in sieben Gängen – eine siebenstündige Produktion der Münchner Kammerspiele, deren Vorstellungen innerhalb kürzester Zeit ausverkauft waren.
Die deutsche Theaterlandschaft blickt auf eine lange Tradition marathonschwerer Aufführungen zurück. Bereits 1976 feierte Robert Wilsons Einstein on the Beach mit einer Spieldauer von vier bis fünf Stunden Premiere. In den 1970er- und 1980er-Jahren festigte sich dieser Trend mit dem Aufstieg des Regietheaters, das die Grenzen der Bühnendauer immer weiter auslotete.
In jüngerer Zeit setzte Luk Perceval 1999 beim Salzburger Festspiele mit Schlachten ein zwölftstündiges Monument. Im vergangenen Jahr brachte das Schauspielhaus Bochum Die Brüder Karamasow in einer siebenstündigen Fassung auf die Bühne. Nun bereitet die Berliner Volksbühne eine Neuinszenierung von Peer Gynt vor – dessen erster Teil in früheren Produktionen bereits acht Stunden dauerte.
Die Pandemie unterbrach diesen Trend vorübergehend, als viele Theater Pausen strichen und Stücke kürzten. Doch die Faszination für ausufernde Inszenierungen ist ungebrochen: Das Publikum füllt weiterhin die Säle für monumentale Werke wie Wallenstein.
Das Theatertreffen bleibt eine Plattform für ambitioniertes, langformatiges Theater. Zwar gibt es keine offiziellen Statistiken zu Spieldauern, doch die Tradition der Mammutaufführungen lebt fort. Der ausverkaufte Wallenstein in diesem Jahr beweist: Das Publikum schätzt nach wie vor die ausgedehnte Erzählkunst auf der Bühne.






