Dortmunds radikaler Sommerumbruch: Warum Brandt, Süle und Özcan gehen müssen
Lutz KühnertDortmunds radikaler Sommerumbruch: Warum Brandt, Süle und Özcan gehen müssen
Borussia Dortmund steht vor einem tiefgreifenden Umbruch in diesem Sommer. Der Verein wird die Verträge von Julian Brandt, Niklas Süle und Salih Özcan nicht verlängern – ein klares Zeichen für eine Neuausrichtung der langfristigen Strategie. Gleichzeitig läuft mit Kapitän Emre Can trotz einer schweren Verletzung noch die Suche nach einer Vertragsverlängerung.
Die Abgänge von Brandt und Süle markieren einen deutlichen Bruch mit der bisherigen Personalpolitik. Beide Spieler zählten zu den Leistungsträgern, doch ihr Weggang steht für einen umfassenderen Umstrukturierungsprozess unter der Führung von Vorstandssprecher Carsten Cramer. Dieser betont, die anstehenden Entscheidungen nicht als Rückschläge, sondern als Chancen für einen Neuanfang zu verstehen.
Kritiker werfen dem BVB seit Langem vor, in entscheidenden Momenten zu zögerlich zu agieren. Beispiele dafür sind die verzögerte Entlassung von Lucien Favre in der Saison 2020/21 – trotz enttäuschender Champions-League-Leistungen und Bundesliga-Schwächen – oder das zu lange Festhalten an Jadon Sancho, dessen Form vor seinem Wechsel 2021 zu Manchester United bereits nachließ. Medien wie der Kicker und Fans verweisen zudem auf die Saison 2015/16 unter Thomas Tuchel, als zögerliche Verstärkungen die Meisterschaft kosteten, sowie auf die Fehleinschätzungen in der Spielzeit 2023/24, als Verletzungskrisen von Sébastien Haller und Karim Adeyemi schlecht gemanagt wurden.
Cramers Führung setzt nun auf Entschlossenheit und Zuversicht. Während der Verein in der Vergangenheit oft Loyalität über schnelles Handeln stellte, deutet der aktuelle Kurs auf eine konsequentere Vorgehensweise hin. Im Mittelpunkt steht die Balance zwischen Erfahrung und jungem Talent – auch wenn Verletzungen wie Emre Cans Kreuzbandriss die Planung erschweren.
Der Sommerumbruch wird mindestens drei prominente Abgänge mit sich bringen. Dass der BVB etablierte Spieler ziehen lässt, während man mit Can verhandelt, unterstreicht die strategische Neuausrichtung. Wie sich diese Veränderungen auswirken, wird die Zukunft des Teams in den kommenden Jahren prägen.






