19 April 2026, 18:29

Dresdens Underground-Kunst: Wie die Obergraben-Presse die Szene prägte

Alte Karte von Dresden, Deutschland, mit detaillierten Straßen, Gebäuden und Sehenswürdigkeiten, begleitet von zwei Papieren im Vordergrund vor einem grauen Hintergrund.

Dresdens Underground-Kunst: Wie die Obergraben-Presse die Szene prägte

In den 1970er-Jahren prägte eine Gruppe von Künstlern in Dresden das kulturelle Gesicht der Stadt neu. Eberhard Göschel, Peter Herrmann und A.R. Penck wurden zu zentralen Figuren einer Underground-Bewegung, die kreativen Ausdruck mit handwerklichem Können verband. Ihre Zusammenarbeit führte zur Gründung der Dresdner Obergraben-Presse – ein Ort für Druck, Verlagswesen und Ausstellungen.

Die Wurzeln des Kollektivs reichen bis ins Jahr 1971 zurück, als Penck die Künstlervereinigung Lücke mitbegründete. Dieser experimentelle Kreis bestand bis 1976, eine Phase, in der Penck seine Theorie Vom Untergrund zum Obergrund ausarbeitete – ein Konzept, das subversive Kunst mit öffentlicher Sichtbarkeit verband. Zur gleichen Zeit schlossen sich Göschel und Herrmann der Arbeitsgruppe des Leonhardi-Museums an und festigten so ihre Position in Dresdens Kunstinstitutionen.

Das Projekt gewann an Fahrt, als Jochen Lorenz, ein Drucker, der sich mit alltäglichen Aufträgen wie Fahrplänen nicht zufriedengab, nach anspruchsvolleren Arbeiten suchte. Sein Fachwissen traf auf Herrmanns Ressourcen, darunter eine restaurierte italienische Druckerpresse aus dem Jahr 1908, die der Techniker Bernhard Theilmann wieder funktionsfähig gemacht hatte. 1978 bezog Göschel ein größeres Atelier, wodurch eine Dreizimmerwohnung für künstlerische Experimente frei wurde. Dieser Raum entwickelte sich zum Zentrum der neu gegründeten Dresdner Obergraben-Presse, die als Druckwerkstatt, Verlag und Galerie unter einem Dach fungierte.

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Die Dresdner Obergraben-Presse entstand aus einer Mischung von handwerklicher Präzision und avantgardistischem Anspruch. Sie bot Künstlern eine Plattform, um außerhalb offizieller Kanäle zu arbeiten und ihre Werke zu präsentieren. Die Initiative hinterließ einen bleibenden Eindruck in der Dresdner Kulturgeschichte und verband undergroundige Kreativität mit einer breiteren öffentlichen Wirkung.

Quelle