28 March 2026, 22:37

Duisburger Hafen: 95 Prozent der Belegschaft fordern Tarifvertrag und faire Löhne

Plakat mit zwei Personen vor einem Berg- und Baumhintergrund, mit Text "Was unser freier Handel bedeutet - britischer Granitarbeiter - Die faire Lohnklausel ist in Ordnung, aber ich will Arbeit."

Duisburger Hafen: 95 Prozent der Belegschaft fordern Tarifvertrag und faire Löhne

Beschäftigte der Duisburger Hafen AG drängen auf Tarifvertrag nach Umfrage mit überwältigender Zustimmung

Laut der Gewerkschaft Verdi unterstützen 95 Prozent der Mitarbeiter:innen die Forderung nach besseren Löhnen und Arbeitsbedingungen. Der Duisburger Hafen, ein zentraler Wirtschaftsmotor der Stadt, beschäftigt direkt und indirekt rund 52.000 Menschen.

Im Mittelpunkt des Streits stehen die Löhne, die nach Angaben der Beschäftigten niedriger ausfallen als in anderen deutschen Häfen wie Wilhelmshaven. Kritisiert werden zudem inkonsistente Gehaltsstrukturen, das Fehlen einer Weihnachtsgeldzahlung sowie kurzfristige Änderungen der Schichtpläne. Trotz dieser Vorwürfe lehnte Geschäftsführer Markus Bangen die von Verdi geforderte Tarifverhandlung ab.

Der Betriebsrat der Duisburger Hafen AG gab an, vom starken Wunsch nach einem Tarifvertrag nichts gewusst zu haben. Unterdessen forderte der Linken-Abgeordnete Mahmut Mirze Edis den Einsatz des Landes und der Stadt über den Aufsichtsrat des Unternehmens. Auch SPD-Chefin Bärbel Bas sprach sich für flächendeckende Tarifverhandlungsrechte in Deutschland aus.

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Sowohl die Landesregierung als auch die Duisburger Stadtverwaltung lehnten jedoch eine Einmischung ab. Der Hafen schlägt jährlich über 100 Millionen Tonnen Güter um, ist Standort für 300 Logistikunternehmen und trägt 8,3 Prozent zur Wirtschaftsleistung der Stadt bei. Oberbürgermeister Sören Link, ein möglicher Herausforderer von CDU-Ministerpräsident Hendrik Wüst bei den anstehenden Landtagswahlen, äußerte sich bisher nicht öffentlich zum Konflikt.

Die Pattsituation hält an, während die Beschäftigten nach fairen Löhnen und Arbeitsbedingungen streben. Ohne Eingreifen der kommunalen oder Landesbehörden hängt der Ausgang von weiteren Verhandlungen zwischen Verdi und der Duisburger Hafen AG ab. Der Hafen bleibt zwar ein entscheidender Wirtschaftsknotenpunkt, doch ungelöste Arbeitskonflikte könnten den Betrieb beeinträchtigen.

Quelle