18 June 2026, 12:27

Düsseldorf stoppt Milliarden-Opernhaus und setzt auf Sanierung des Bonatz-Baus

Es gibt immer noch den bescheidenen Modernismus im Osten und Westen

Düsseldorf stoppt Milliarden-Opernhaus und setzt auf Sanierung des Bonatz-Baus

Düsseldorf hat die Pläne für ein neues, vom Architekturbüro Snøhetta entworfenes Opernhaus im Wert von einer Milliarde Euro aufgegeben. Die Entscheidung folgt auf explodierende Kosten und eine Hinwendung zur Sanierung des bestehenden Bonatz-Baus. Unterdessen steht Rostock vor einer eigenen Debatte über die Zukunft des historischen Volkstheaters.

Ursprünglich wollte Düsseldorf sein Nachkriegs-Opernhaus durch Snøhettas modernes Design ersetzen. Die geschätzten Kosten für das Projekt stiegen jedoch auf 1,8 Milliarden Euro an, woraufhin die Stadt das Vorhaben stoppte. Das bereits für den Bau vorbereitete Gelände am Wehrhahn ging für 137 Millionen Euro zurück in städtischen Besitz. Eine aktuelle Analyse ergab, dass die Modernisierung des bestehenden Bonatz-Opernhauses zwischen 400 und 500 Millionen Euro kosten würde. Oberbürgermeister Stephan Keller plant nun, den bestehenden Bau am Hofgarten zu sanieren und aufzuwerten.

In Rostock gilt das 1943 erbaute Volkstheater als modernistisches Wahrzeichen der DDR. Die regierende CDU schlug vor, es abzureißen, um Platz für neue Wohnungen zu schaffen – doch eine Genehmigung durch das Denkmalschutzamt gilt als unwahrscheinlich. Teile des Theaters stehen bereits unter dem Schutz des Landesamts für Kultur und Denkmalpflege in Schwerin. Historisch bedeutend ist das Gebäude als Spielstätte der Uraufführung von Peter Weiss’ Marat/Sade im Jahr 1965.

Das Architekturbüro raumwerk hatte für das Düsseldorfer Opernhaus einen Alternativentwurf vorgelegt, der eine halbtransparente Hülle um den Bau vorsah. Zudem sollte die Kapazität des Veranstaltungsorts um 25 Prozent erhöht werden.

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Düsseldorf konzentriert sich nun auf die Aufwertung des bestehenden Opernhauses statt auf einen teuren Neubau. Rostocks Volkstheater bleibt vorerst unter Schutz und damit vor dem Abriss bewahrt. Beide Städte setzen auf Bewahrung statt auf großangelegte Neugestaltung.

Quelle