Gabriele Stötzers kraftvolle Kunst und politischer Widerstand im Gropius Bau
Lutz KühnertGabriele Stötzers kraftvolle Kunst und politischer Widerstand im Gropius Bau
Im Berliner Gropius Bau ist derzeit eine große Einzelausstellung mit Werken von Gabriele Stötzer zu sehen. Die Schau präsentiert rund 150 Exponate, darunter Videos, Fotografien, Modestücke und große Wollskulpturen von Frauen. Mit 73 Jahren bleibt die Künstlerin eine prägende Figur der deutschen Gegenwartskunst.
Stötzers Schaffen ist sowohl von künstlerischer Innovation als auch von politischem Aktivismus geprägt. In der DDR gehörte sie zu den Mitbegründerinnen der Erfurter Künstlerinnengruppe. Ihr Widerstand führte zur Inhaftierung, nachdem sie eine Petition gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns unterzeichnet hatte. Ein Jahr verbrachte sie im Gefängnis, wo sie Strumpfhosen nähte, um die Zeit totzuschlagen.
1989 beteiligte sie sich an der Besetzung der Stasi-Bezirksverwaltung in Erfurt – ein Akt des Widerstands, der ihr Engagement für politischen Wandel unterstrich. Bis heute spiegeln ihre Werke ihre Erlebnisse und Überzeugungen wider.
Noch in diesem Jahr wird Stötzer mit dem Goslarer Kaiserring ausgezeichnet, einer der renommiertesten Kunstpreise Deutschlands. Zu den früheren Preisträgern zählen Henry Moore, Gerhard Richter, Joseph Beuys, Rebecca Horn und Christo.
Die Ausstellung im Gropius Bau begleitet die bevorstehende Ehrung. Ihr künstlerisches Wirken und ihr aktivistisches Engagement haben die deutsche Kultur nachhaltig geprägt. Die Preisverleihung findet im Oktober in Goslar statt.






