Humboldt Forum: Berlins umstrittenes Prestigeprojekt zwischen Glanz und Kritik
Traude KlappHumboldt Forum: Berlins umstrittenes Prestigeprojekt zwischen Glanz und Kritik
Das Humboldt Forum in Berlin steht seit seiner Eröffnung in der Kritik. Manche werfen ihm vor, eher wie ein Palast als wie ein öffentlicher Raum für die Stadt zu wirken. Sein Bau und seine Ausrichtung sorgen weiterhin für Diskussionen unter Besuchern und Kulturbeobachtern.
Das Projekt, finanziert von vermögenden rechtspopulistischen Spendern, sollte preußischen Glanz nach Berlin zurückbringen. Seine Lage und das Fehlen von Infrastruktur in der Umgebung machen es jedoch sowohl für Einheimische als auch für Touristen weniger attraktiv.
Das Forum beherbergt das Ethnologische Museum und das Museum für Asiatische Kunst. Im vergangenen Jahr zählte es rund 634.000 Besucher – deutlich weniger als der Louvre, der etwa das Dreizehnfache anzieht. Dennoch setzt sich sein Programm mit zentralen globalen Themen auseinander, darunter demokratischer Abbau und koloniales Unrecht.
Mit dem Bau des Forums gewannen die Debatten über Raubkunst, Restitution und koloniale Gewalt an Fahrt. Die Performance to build to bury to remember der Künstlerin Sarah Ama Duah hinterfragt traditionelle Perspektiven, indem sie Objekte als autonome Körper präsentiert. Dennoch bleibt das Publikum vor allem touristisch geprägt.
Im Vergleich zu anderen großen Museen verzeichnet das Humboldt Forum bescheidene Besucherzahlen. Seine Ausstellungen und Veranstaltungen behandeln zwar drängende zeitgenössische Fragen, doch Design und Finanzierung bleiben umstritten. Die Institution bleibt eine polarisierende Erscheinung in der Berliner Kulturszene.
