Hunderte Antirassismus-Projekte an Schulen droht die Streichung der Förderung
Traude KlappHunderte Antirassismus-Projekte an Schulen droht die Streichung der Förderung
Hunderte von Antirassismus- und Demokratieprojekten an deutschen Schulen stehen bis Ende des Jahres vor der Streichung ihrer Förderung. Die Entscheidung hat scharfe Kritik von Lehrkräften und Pädagog:innen ausgelöst, die vor wachsender Verunsicherung in den Klassenzimmern warnen. Besonders betroffen sind Initiativen in den östlichen Bundesländern, wo rechtsextreme Einflüsse tief verwurzelt sind.
Die Bundesregierung wird im Rahmen ihrer Umstrukturierung die Mittel für über 200 Nichtregierungsorganisationen und Schulprogramme streichen. Darunter sind auch Partner von Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage, einem Netzwerk, das sich gegen Diskriminierung engagiert. Felix Bjerke, Geschichtslehrer am Kölner Genoveva-Gymnasium, leitet dort die Initiative. An seiner Schule, an der 90 Prozent der Schüler:innen einen Migrationshintergrund haben, arbeitet man mit Gruppen wie 180 Grad Wende und Transaidency zusammen, um in Workshops Rassismus, Extremismus und Antisemitismus zu thematisieren.
Eines der gefährdeten Projekte ist das Demokratiefestival des Kölner Jugendrats, das gezielt Stadtteile mit starker AfD-Unterstützung anspricht. Unterdessen verteidigt Bildungsministerin Karin Prien die Änderungen und behauptet, das Programm solle sich stattdessen auf "mainstreamige" Gruppen wie die Pfadfinder konzentrieren.
Lehrkräfte argumentieren, die Kürzungen untergraben die Bemühungen im Kampf gegen Hass und Diskriminierung. Eine Petition mit dem Titel Schulen nehmen Stellung hat bereits über 253.000 Unterschriften gesammelt und fordert Unterstützung für Pädagog:innen. Die Förderungskrise wirft zudem Fragen zur politischen Neutralität an Schulen auf, da die AfD zunehmend demokratiefördernde Initiativen infrage stellt.
Der Wegfall der Mittel lässt viele Projekte in der Schwebe – besonders in den östlichen Bundesländern wie Sachsen-Anhalt und Brandenburg. Schulen stehen nun vor der schwierigen Entscheidung, wie sie Rassismus und Extremismus ohne externe Unterstützung angehen sollen. Die wachsende Unterstützung für die Petition zeigt, wie groß die Sorge um die Zukunft der demokratischen Bildung in Deutschland ist.






