Kushners Milliarden-Resort im albanischen Nationalpark löst "Flamingo-Revolution" aus
Reza HendriksKushners Milliarden-Resort im albanischen Nationalpark löst "Flamingo-Revolution" aus
Albanien, ein kleines Balkanland an der Adria, steht derzeit wegen eines umstrittenen Bauprojekts in der Kritik. Ein Unternehmen mit Verbindungen zu Jared Kushner hat mit dem Bau eines Milliardenprojekt-Resorts im geschützten Vjosa-Narta-Delta begonnen – und damit die als „Flamingo-Revolution“ bekannten öffentlichen Proteste ausgelöst.
Das Vjosa-Narta-Delta wurde 2023 zu Europas erstem Nationalpark für Wildflüsse erklärt. Es beherbergt seltene Tierarten wie Flamingos, Pelikane und Schildkrötenbrutstätten. Trotz dieses Status verlieh die Regierung von Ministerpräsident Edi Rama dem Unternehmen den Status eines „strategischen Investors“ – angeblich unter Verzicht auf Steuern, Ausschreibungen und Umweltprüfungen.
Hinter den Resort-Plänen steht Jared Kushner, der Schwiegersohn des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump und enger Verbündeter des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu. Die Bauarbeiten haben bereits begonnen und stoßen auf Widerstand von Umweltschützern und Anwohnern.
Albanien, ein mehrheitlich muslimisches, aber säkulares Land, ist ein eng mit den USA verbündetes NATO-Mitglied. Zudem hat es die Volksmudschaheddin (MEK), eine iranische Oppositionsgruppe, aufgenommen, die 2013 aus dem Irak umgesiedelt wurde. Rama nutzt die Präsenz der MEK, um den Iran zu kritisieren, und bezeichnet deren Mitglieder als Opfer der Unterdrückung durch Teheran. Die EU erkennt die MEK jedoch nicht als legitimen Gesprächspartner an.
Die EU hatte bereits in der Vergangenheit Bedenken wegen Korruption und schwacher Rechtsstaatlichkeit in Albanien geäußert. Nun könnte sie mehr Transparenz fordern und die Vergabe von Beitrittshilfen an Reformen in diesen Bereichen knüpfen. Der Bau des Resorts hat nicht nur Proteste entfacht, sondern wirft auch Fragen zum Umweltschutz auf. Sollte die albanische Regierung weiterhin auf Standardverfahren verzichten, droht eine noch strengere Prüfung durch die EU. Ob es zu Konsequenzen kommt, hängt davon ab, ob Albanien die Vorwürfe zu Korruption und mangelnder Rechtstransparenz angeht.






