30 June 2026, 12:25

NRW kündigt Porr-Vertrag: Rheinbrücke mit schwerwiegenden Stahlmängeln

Schwach verteidigte Vertragsauflösung Rheinbrücke

NRW kündigt Porr-Vertrag: Rheinbrücke mit schwerwiegenden Stahlmängeln

Nordrhein-Westfalen hat den Vertrag mit dem Bauunternehmen Porr für den Neubau der Rheinbrücke gekündigt. Ministerpräsident Hendrik Wüst verteidigte diesen Schritt mit Hinweis auf schwerwiegende Mängel in den Stahlkomponenten. Das Land argumentiert, dass Reparaturen die geforderten Standards nicht hätten erfüllen können, weshalb ein Austausch unvermeidbar gewesen sei.

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Im Mittelpunkt des Streits stehen systematische Fehler in den für die Brücke verwendeten Materialien. Wüst betonte, dass die Mängel keine andere Wahl gelassen hätten, als das Vertragsverhältnis zu beenden. Das Projekt umfasst zwei parallele Brücken, von denen eine bereits in Betrieb ist, während die zweite noch im Bau befindlich ist.

Der Rechtsstreit wird derzeit vor dem Landgericht Köln ausgetragen. Die Bundesregierung fordert von Porr Schadensersatz in Höhe von über 350 Millionen Euro. Porr hat seinerseits eine Gegenklage eingereicht und verlangt mehr als 200 Millionen Euro für erbrachte Leistungen und entgangene Aufträge nach der Vertragsbeendigung.

Das finanzielle Risiko könnte sich inklusive Zinsen und Zeszinsen auf bis zu eine Milliarde Euro belaufen. Dennoch erklärte NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer, das Land erwarte unabhängig vom Urteil keine negativen Folgen. Die Montage der Pylone für die zweite Brücke soll im September 2026 beginnen, die Fertigstellung des gesamten Projekts ist für Mitte 2028 geplant.

Der Gerichtsprozess ist noch nicht entschieden, doch die Bauarbeiten an der Brücke gehen weiter. Während das Land auf seiner Position beharrt, strebt Porr eine erhebliche Entschädigung an. Das Urteil wird die finanzielle Belastung für beide Seiten bestimmen – die Fertigstellung bleibt jedoch für 2028 vorgesehen.

Quelle