19 March 2026, 16:36

NRW-Psychotherapeut:innen streiken gegen Honorarkürzungen und Versorgungskollaps

Blauer Hintergrund mit wei├čem Text und einem wei├čen Kreis-Logo mit einer blauen Umrandung, das eine neue Regel zur St├Ąrkung der psychischen Gesundheit umrandet.

NRW-Psychotherapeut:innen streiken gegen Honorarkürzungen und Versorgungskollaps

Psychotherapeut:innen in Nordrhein-Westfalen (NRW) gehen an diesem Donnerstag auf die Straße, um gegen geplante Honorarkürzungen zu protestieren. Die Demonstrationen finden vor dem Hintergrund zunehmender finanzieller Belastungen und eines dramatischen Mangels an kassenfinanzierten Therapieplätzen in ganz Deutschland statt. Die Organisator:innen warnen, dass weitere Kürzungen der Erstattungssätze die Versorgung mit psychotherapeutischer Behandlung an den Rand des Kollapses bringen könnten.

Die Proteste werden in mehreren Großstädten NRWs stattfinden, darunter Köln, Düsseldorf, Dortmund, Essen und Bielefeld. Die Therapeut:innen wehren sich gegen eine geplante Kürzung der Vergütungssätze um 4,5 Prozent, die ab dem 1. April 2026 in Kraft treten soll. Während die Krankenkassen die Senkung als notwendig begründen, befürchten die Behandler:innen, dass sie die ohnehin schon angespannte Versorgungssituation weiter verschärfen wird.

Patient:innen in NRW warten bereits im Schnitt fünf Monate auf einen Ersttermin für eine Psychotherapie. Bundesweit fehlen nach Angaben der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) und des Sozialverbands VDK aus dem Jahr 2023 schätzungsweise 7.000 kassenärztliche Therapieplätze (Kassensitze). Besonders betroffen sind ländliche Regionen, wo veraltete Planungsvorgaben und regionale Unterversorgung die Lage zuspitzen.

Die Zulassung als Kassenpsychotherapeut:in ist nicht nur hart umkämpft, sondern auch mit hohen Kosten verbunden. Moritz Esser-Wolters, Psychotherapeut in Coesfeld, investierte 50.000 Euro, um seine Praxis zu eröffnen – doch die Preise für Kassensitze bleiben ungeregelt. Hinzu kommt, dass Psychotherapeut:innen in Deutschland weniger verdienen als jede andere Fachärztgruppe, was den finanziellen Druck zusätzlich erhöht.

Die Psychotherapeutenkammer NRW warnt, dass weitere Kürzungen noch mehr Behandler:innen aus dem kassenärztlichen System drängen könnten. Die Folge wären noch längere Wartezeiten für Patient:innen oder eine Verdrängung in die privatärztliche Versorgung, die sich viele nicht leisten können.

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Die geplanten Honorarkürzungen treffen ein System, das bereits unter Personalmangel und langen Wartezeiten ächzt. Mit 7.000 fehlenden Therapieplätzen und Wartezeiten von mehreren Monaten drohen die Kürzungen den Zugang zur kassenfinanzierten Psychotherapie noch weiter zu erschweren. Die Protestierenden fordern faire Bezahlung und dringende Reformen, um einen Zusammenbruch der Patientenversorgung zu verhindern.

Quelle