PKV-Beiträge explodieren 2026: Bis zu 15 Prozent mehr für Millionen Versicherte

PKV-Beiträge explodieren 2026: Bis zu 15 Prozent mehr für Millionen Versicherte
Private Krankenversicherungen: Beiträge steigen 2026 stark an
Die Beiträge für private Krankenversicherungen (PKV) in Deutschland werden ab 2026 deutlich steigen. Rund 60 Prozent der privat Versicherten müssen mit einer durchschnittlichen Erhöhung von 13 Prozent ihrer monatlichen Kosten rechnen. Die von großen Versicherern wie Allianz, Debeka und Signal Iduna angekündigten Preissprünge stellen viele Versicherungsnehmer vor die Frage, wie sie die zusätzlichen Belastungen bewältigen können.
Mehrere führende private Krankenversicherer haben die Beitragserhöhungen für das kommende Jahr bestätigt. Unternehmen wie Allianz, Debeka, Signal Iduna, R+V und HanseMerkur werden ihre Tarife im Schnitt um 10 bis 15 Prozent anheben. Die Änderungen treten ab dem 1. Januar 2026 in Kraft, wobei bei einigen Verträgen Anpassungen auch später im Jahr erfolgen können. Als Hauptgrund für die Erhöhungen werden steigende medizinische Kosten genannt.
Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen verzeichnet einen deutlichen Anstieg an Anfragen von besorgten Versicherten, die mit den höheren Kosten zu kämpfen haben. Um Unterstützung zu bieten, stellt die Verbraucherzentrale unabhängige Beratung sowie ein Muster-Schreiben zur Verfügung, mit dem Versicherte nach alternativen Tarifoptionen fragen können. Gleichzeitig warnt sie davor, dass ein Wechsel des Tarifs innerhalb desselben Versicherers zwar die Beiträge senken kann, aber dauerhaft zu Leistungskürzungen führen könnte.
Für Versicherte in finanziellen Engpässen gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Belastung zu verringern. Wer Anspruch auf Sozialleistungen hat, kann unter Umständen staatliche Zuschüsse erhalten, die die Beiträge um bis zu 50 Prozent mindern. Eine weitere Option ist der Wechsel in den Basistarif, der niedrigere Beiträge und mögliche Zuschüsse bietet, allerdings mit eingeschränktem Leistungsumfang. Auch die Erhöhung der Selbstbeteiligung kann die Kosten senken – allerdings übernehmen Arbeitgeber diese nicht, und eine spätere Senkung ist oft nicht möglich. Langjährig Versicherte könnten im Standardtarif Entlastung finden, der sich an den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung orientiert und die Selbstbeteiligung auf einem niedrigen Niveau deckelt.
Unterdessen prüft die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), ob die Versicherer bei der Festsetzung der neuen Beiträge die gesetzlichen Vorgaben eingehalten haben.
Die Beitragserhöhungen werden ab dem nächsten Jahr Millionen privat Versicherte in Deutschland treffen. Betroffene können Zuschüsse beantragen, Selbstbehalte anpassen oder den Tarif wechseln, um die Kosten zu bewältigen. Allerdings sollten Änderungen der Versicherungsleistungen sorgfältig abgewogen werden, um dauerhafte Nachteile zu vermeiden.

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