Solingens Max-Leven-Zentrum eröffnet als Ort der Erinnerung und Debatte
Traude KlappSolingens Max-Leven-Zentrum eröffnet als Ort der Erinnerung und Debatte
Solingens neues Max-Leven-Zentrum hat am Dienstag offiziell seine Türen geöffnet. Das Haus dient als Gedenkstätte, Bildungsort und Forum für politische Diskussionen. Es setzt sich mit den Folgen der NS-Zeit für die Stadt auseinander und würdigt lokale Persönlichkeiten, die sich gegen Verfolgung stellten.
Vor der Eröffnung empfing Oberbürgermeister Tim Kurzbach im Rathaus Nachkommen von Max Leven. Dort trugen sie sich zur Ehrung des familiären Erbes in das Goldene Buch der Stadt Solingen ein.
Die Idee für das Zentrum entstand 2019, als eine Bürgerinitiative den Vorschlag einbrachte. Daraufhin wurde das neue Gebäude der Solinger Stadtsparkasse als Standort ausgewählt. Unterstützung kam unter anderem von der Landeszentrale für politische Bildung Nordrhein-Westfalen und der Bank selbst.
Die Dauerausstellung widmet sich Max Leven, einem jüdischen Kommunisten und Kulturkritiker, der 1882 in Thionville (Diedenhofen) geboren wurde. 1916 zog er nach Solingen und wurde durch seine Arbeit bei der "Bergischen Arbeiterstimme" zu einer prägenden Stimme für soziale Gerechtigkeit. Die Ausstellung stellt zudem weitere Schlüsselfiguren vor, darunter Änne Wagner, die in den 1920er-Jahren für die Zeitung schrieb.
Zur Eröffnung am Dienstag erschienen Gäste aus Politik, Wissenschaft und Kultur. Oberbürgermeister Kurzbach betonte die Bedeutung des Zentrums als Ort des Dialogs. Er äußerte die Hoffnung, dass es zu einem Raum werde, in dem Menschen – auch mit gegensätzlichen Positionen – in einen sinnvollen Austausch treten könnten.
Erstmals für die Öffentlichkeit zugänglich ist das Max-Leven-Zentrum am Sonntag, dem 2. November. Zwischen 11:00 und 17:00 Uhr können Besucherinnen und Besucher die Ausstellung erkunden.
Das Zentrum steht nun als fester Ort der Erinnerung an Solingens Vergangenheit unter dem Nationalsozialismus. Gleichzeitig bietet es Materialien für politische Bildung und gesellschaftliche Debatten. Die Initiatoren wollen sicherstellen, dass es sowohl für die historische Aufarbeitung als auch für aktuelle Diskussionen relevant bleibt.






