Strabag wächst kräftig und verschiebt 40.000-Tonnen-Brücke wie im Zeitraffer
Reza HendriksStrabag wächst kräftig und verschiebt 40.000-Tonnen-Brücke wie im Zeitraffer
Strabag, Deutschlands größtes Bauunternehmen, verzeichnet im ersten Halbjahr 2025 kräftiges Wachstum. Die Umsätze stiegen um sieben Prozent auf 8,9 Milliarden Euro, während sich der Auftragsbestand auf 28,4 Milliarden Euro belief – ein Plus von 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Zudem gelang dem Konzern ein technisches Meisterstück: Ein 40.000 Tonnen schweres Brückenteil der Autobahn A45 in Deutschland wurde im Ganzen um 20 Meter verschoben.
Unter der Führung von CEO Stefan Kratochwill, der im Februar 2025 die Geschäftsleitung übernahm, festigt Strabag seine Position als Marktführer. Das Unternehmen hält einen Marktanteil von fünf Prozent in Österreich und zwei Prozent in Deutschland. Besonders stark wuchs das Geschäft in Polen, Tschechien und Deutschland, wo die etablierten Märkte die größten Zuwächse verzeichneten.
Jährlich investiert Strabag über 20 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung. Neben kommerziellen Projekten blickt das Unternehmen auf eine mehr als 70-jährige Tradition im sozialen Wohnungsbau zurück. Der Fokus liegt heute jedoch auf der Erweiterung bestehender Immobilien statt auf Neubauten.
Kratochwill betont wiederholt die Bedeutung der Infrastruktur und bezeichnet sie als "Lebensader einer modernen Wirtschaft" und "Motor der wirtschaftlichen Entwicklung". Er warnt, dass vernachlässigte Instandhaltung langfristig deutlich höhere Kosten verursache, und erklärt: "Straßen holen sich ihr Geld zurück", wenn sie nicht ordnungsgemäß gewartet werden. Seine Aussagen fallen in eine Phase, in der Österreich für 2025 Investitionen von 9,9 Milliarden Euro in die Bundesinfrastruktur plant – etwa zwei Prozent der Wirtschaftsleistung.
Eines der jüngsten Vorzeigeprojekte von Strabag war die A45-Talbrücke in Rinsdorf. Ingenieure verschoben ein 485,5 Meter langes Brückensegment inklusive Pfeiler und Fundament um 20 Meter seitlich – und das als intakte Konstruktion. Die 40.000 Tonnen schwere Brücke wurde ohne Verkehrsbehinderungen verlagert und unterstreicht damit die technische Expertise des Unternehmens.
Mit steigenden Umsätzen und einem wachsenden Auftragsbestand baut Strabag seine führende Rolle im europäischen Baugewerbe weiter aus. Die strategische Ausrichtung auf Infrastruktur, Forschung und sozialen Wohnungsbau spiegelt die langfristige Planung wider. Gleichzeitig demonstriert das jüngste Brückenprojekt das Ausmaß und die Präzision der ingenieurtechnischen Fähigkeiten des Konzerns.






