Strompreise in Deutschland erstmals 2024 negativ – Kunden erhielten Geld für Verbrauch
Reza HendriksStrompreise in Deutschland erstmals 2024 negativ – Kunden erhielten Geld für Verbrauch
Strompreise in Deutschland erstmals 2024 im Minus – Kunden erhielten Geld für Verbrauch
Am Sonntag fielen die Strompreise in Deutschland erstmals in diesem Jahr unter null. Betroffen waren vor allem Kunden mit dynamischen Tarifen, die für ihren Stromverbrauch an Teilen des Tages sogar Geld erhielten. Das ungewöhnliche Phänomen unterstreicht die anhaltende Volatilität auf dem Energiemarkt.
Die Großhandelspreise für Strom sanken ab 9 Uhr morgens unter die Nullmarke und blieben bis 17 Uhr negativ. Den Tiefststand erreichte der Markt zwischen 13 und 14 Uhr mit minus 250,32 Euro pro Megawattstunde. Für Endverbraucher fiel der Nettopreis in Köln im selben Zeitraum auf bis zu minus 8,6 Cent pro Kilowattstunde.
Die Preise variierten je nach Region: In einigen Gebieten lagen sie zwischen 4,9 und 11,6 Cent pro Kilowattstunde, in anderen sanken sie auf bis zu minus 12 Cent. Am Abend stieg der dynamische Tarif des Anbieters Tibber zwischen 20 und 21 Uhr dann wieder auf 36 Cent pro Kilowattstunde.
Negative Großhandelspreise sind kein neues Phänomen. 2023 gab es sie an 457 Stunden, mit einem extremen Einbruch auf minus 500 Euro pro Megawattstunde im Juli. Experten rechnen auch in diesem Jahr mit ähnlichen Mustern – bedingt durch die mangelnde Flexibilität des Marktes. Merlin Lauenburg, Deutschland-Chef von Tibber, prognostiziert, dass der kommende Sommer neue Rekordwerte bei negativen Preisen bringen könnte.
Unabhängig davon entschied die Schlichtungsstelle, dass Netzbetreiber Kunden nicht über die volle Solar-Einspeisevergütung informieren müssen.
Kunden mit dynamischen Tarifen profitierten, indem sie für ihren Stromverbrauch Geld erhielten. Das Ereignis zeigt, wie häufig negative Preise im deutschen Energiemarkt inzwischen auftreten. Experten warnen, dass solche Schwankungen ohne strukturelle Änderungen anhalten könnten.
