25 June 2026, 08:18

Verlage und Großhändler liefern sich Machtkampf um die Zukunft der Presseverteilung

Großes Disput: Regionalgericht entscheidet zugunsten der Verleger

Verlage und Großhändler liefern sich Machtkampf um die Zukunft der Presseverteilung

Große deutsche Verlage treiben ihre Pläne zur Umgestaltung der Presseverteilung voran, doch der Vorstoß stößt auf heftigen juristischen Widerstand. Das FFF-Bündnis, zu dem Schwergewichte wie Axel Springer und die Bauer Media Group gehören, will die derzeit 13 regionalen Großhändler bis 2027 durch einen einzigen zentralen Betreiber ersetzen. Die betroffenen Großhändler und Branchenverbände wehren sich nun mit Klagen gegen die Umstrukturierung.

Ziel des FFF-Bündnisses ist es, die Presse-Grosso-Allianz (PGA) bis Ende 2026 als alleinigen Presse-Großhändler in Deutschland zu etablieren; der Vollbetrieb soll 2027 aufgenommen werden. Nach den Plänen sollen nur noch vier Unternehmen als „Systempartner“ fungieren, während andere zu reinen Logistikdienstleistern herabgestuft werden. Die Verlage argumentieren, die Reform werde die Verteilung effizienter gestalten.

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Als Reaktion hat der Bundesverband Presse-Grosso (BPG) rechtliche Schritte angekündigt, um die Umstrukturierung noch im Sommer 2023 zu stoppen. Die betroffenen Großhändler PDG und Lütkemeyer haben bereits Klage eingereicht, nachdem das Landgericht Dortmund ihre Anträge auf einstweilige Verfügungen gegen die Kündigung ihrer Verträge abgelehnt hatte. Auch Jost, Mietke, PGSW und Grossounion Nord haben Verlage wegen desselben Themas verklagt.

Der Verband wirft den Verlagen eine „bewusste und abgestimmte Zerstörung“ eines unabhängigen Wirtschaftssektors vor. Die Bundeskartellamt hat sich hingegen – vorerst – gegen ein Einschreiten entschieden, nachdem die Verlage ihre Pläne nachgebessert hatten.

Der Rechtsstreit um die Zukunft der Presseverteilung in Deutschland spitzt sich zu. Während die Verlage ihr zentralisiertes Modell vorantreiben, kämpfen die Großhändler weiter mit juristischen Mitteln gegen die Änderungen. Das Ergebnis wird entscheiden, ob das bestehende Netz regionaler Verteiler überlebt oder durch einen einzigen nationalen Betreiber ersetzt wird.

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