Von Durchgestrichen zu Gleichberechtigung - Solinger Pastoren teilen ihre Geschichten

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Das Innere einer Kirche mit sitzenden Menschen und Kerzen davor, mit weißen Wänden und Decke.

Von Durchgestrichen zu Gleichberechtigung - Solinger Pastoren teilen ihre Geschichten

Von Durchstreichungen zur Gleichberechtigung – Solinger Pfarrerinnen erzählen ihre Geschichten

50 Jahre Gleichstellung in der Gemeinde – Wie Frauen auf die Kanzel gelangtenSolingen – Genau die Hälfte der 26 Pfarrer:innen im Kirchenkreis Solingen sind heute Frauen. Was heute selbstverständlich wirkt, ist das Ergebnis eines langen kirchlichen und gesellschaftlichen Lernprozesses. Denn die rechtliche Gleichstellung von Frauen und Männern im Pfarramt wurde in der Evangelischen Kirche erst vor 50 Jahren erreicht.

  1. Dezember 2025, 09:50 Uhr

Die Evangelische Kirche im Rheinland hat in den letzten Jahrzehnten einen stetigen Wandel hin zu mehr Geschlechtergerechtigkeit erlebt. Mittlerweil besetzen Frauen die Hälfte der Pfarrstellen im Solinger Kirchenkreis – ein deutlicher Bruch mit früheren Zeiten. Doch der Weg dorthin war für viele Theologinnen lang und oft mit Hindernissen verbunden.

Erst 1975 wurde die rechtliche Gleichstellung von Männern und Frauen im Pfarrdienst offiziell anerkannt. Doch bereits während des Zweiten Weltkriegs übernahmen Frauen pastoralen Aufgaben, als viele männliche Geistliche als Soldaten eingezogen wurden. Nach Kriegsende wurden viele von ihnen jedoch wieder in unterstützende Rollen zurückgedrängt – trotz ihrer Verdienste.

Gisela Vogel wurde als erste Oberkirchenrätin im Rheinland zu einer Pionierin in einem traditionell männlich geprägten Bereich. Dennoch stieß sie allein wegen ihres Geschlechts auf Widerstand. Ihr Titel „Schwester“ spiegelte sowohl ihre Funktion als auch den langsamen, aber stetigen Fortschritt wider, mit dem Frauen in der Kirche wahrgenommen wurden. Vogel wirkte in mehreren Gemeinden und gehörte später der kirchlichen Leitungsriege an – auf Augenhöhe mit ihren männlichen Kollegen.

Auch Dr. Ilka Werner, heutige Superintendentin des Solinger Kirchenkreises, erlebte zu Beginn ihrer Laufbahn Skepsis. Sie folgte 2023 auf Pfarrer Jörg Bauer, der den Kreis seit 2007 geleitet hatte. Heute sind von 26 Pfarrer:innen im Kirchenkreis Solingen 13 Frauen – ein deutliches Zeichen des Wandels.

Raphaela Demski-Galla, die 2006 ihr Theologiestudium begann, erlebte bereits eine selbstverständlichere Gleichstellung als frühere Generationen. Dennoch betont sie, dass Beziehungsarbeit nach wie vor im Mittelpunkt der Seelsorge steht. Die Kirche fördert heute aktiv Vielfalt und begrüßt unterschiedliche Perspektiven, Lebenserfahrungen und Identitäten in ihren Führungspositionen.

Der Aufstieg von Frauen in kirchliche Leitungsfunktionen ist das Ergebnis jahrzehntelanger, schrittweiser – aber nachhaltiger – Veränderungen. Von der Kriegsnotwendigkeit über die rechtliche Anerkennung bis hin zur paritätischen Vertretung hat sich die Führungskultur der Kirche gewandelt. In Solingen ist dieser Wandel sichtbar: Frauen gestalten die Zukunft des Kirchenkreises heute gleichberechtigt mit ihren männlichen Kollegen.

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