Wohnbauprojekt in Willich-Moltkedorf spaltet Anwohner und Stadtverwaltung
Traude KlappWohnbauprojekt in Willich-Moltkedorf spaltet Anwohner und Stadtverwaltung
Pläne für ein neues Wohnbauprojekt in Willich haben bei Anwohnern massiven Widerstand ausgelöst. Über 150 Menschen haben eine gemeinsame Erklärung gegen das Vorhaben im Moltkedorf unterzeichnet, das den Bau von 200 Wohneinheiten auf einem 2,9 Hektar großen Gelände vorsieht. Die Stadt argumentiert, das Projekt sei notwendig, um den dringenden Wohnraumbedarf zu decken, doch die Anwohner befürchten mehr Verkehrsstaus, ökologische Schäden und eine Überlastung der Infrastruktur.
Das Gelände in Moltkedorf, das derzeit als Flüchtlingsunterkunft genutzt wird und bis Ende des Jahres geschlossen werden soll, war ursprünglich als Grünfläche und Erholungsgebiet ausgewiesen. Die geplanten Bauarbeiten umfassen Einfamilienhäuser, Doppelhaushälften sowie viergeschossige Wohnblocks in einer Hofanlage. Der Zugang soll über die Moltkestraße erfolgen, ergänzt durch ein Einbahnstraßensystem, das alle Gebäude verbindet, sowie geplante Parkplätze und Garagen.
Die Anwohner äußern zahlreiche Bedenken, darunter die Höhe der Gebäude, die direkt an Kleingartenanlagen grenzen, sowie den Verlust von Grünflächen. Zudem warnen sie vor steigendem Verkehrsaufkommen, Parkplatzmangel und möglichen Verzögerungen für Rettungsfahrzeuge. Aus ökologischer Sicht steht besonders der Erhalt eines Grünstreifens an der Moltkestraße 31–35 im Fokus, wobei gefordert wird, Grünflächen in der Stadtplanung stärker zu priorisieren.
Die Stadträte Gregor Nachtwey und Lena Flecken haben die Kritik aufgenommen und weitere Bürgerbeteiligung zugesagt. Als nächste Schritte stehen die Suche nach Investoren, die Ausschreibung des Projekts und die Überarbeitung der Pläne an, bevor eine weitere Runde öffentlicher Rückmeldungen folgt.
Die Anwohner schlagen Alternativen vor, etwa die Erhaltung des Gebiets als Grünfläche, die Entwicklung zu Gemeinschaftseinrichtungen wie Sportanlagen oder die Konzentration auf bereits ausgewiesene Brachflächen.
Nun muss die Stadt den Spagat zwischen Wohnraumnachfrage und den Einwänden der Bürger meistern. Sollte das Projekt voranschreiten, wird die weitere öffentliche Beteiligung seine endgültige Gestaltung prägen. Die Entscheidung wird zeigen, ob aus Moltkedorf ein Wohngebiet wird – oder ob die Fläche als grünes Erholungsgebiet erhalten bleibt.






