17 March 2026, 10:27

Zuckerrüben in Deutschland kämpfen um Überleben – Preise, Krankheiten und Importe bedrohen Anbau

Nahaufnahme eines Blattsägewespen auf dem Boden zwischen trockenen Blättern und Gras.

Zuckerrüben in Deutschland kämpfen um Überleben – Preise, Krankheiten und Importe bedrohen Anbau

Deutscher Zuckerrübenanbau steht unter wachsendem Druck

Die Zuckerrübenproduzenten in Deutschland sehen sich zunehmend mit Herausforderungen konfrontiert: Die Preise sind gesunken, Krankheiten breiten sich aus, und die Konkurrenz durch günstige Importe nimmt zu. Viele Landwirte setzen daher auf neue Pflanzenschutzmethoden, um ihre Erträge zu sichern und wirtschaftlich zu bleiben.

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In den vergangenen fünf Jahren ist der Rübenanbau in zentralen Anbauregionen wie Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Bayern um 15 bis 20 Prozent zurückgegangen. Flächen, die einst mit Zuckerrüben bestellt waren, werden heute häufig für Getreide oder Ölsaaten genutzt.

Die größten Bedrohungen für den Zuckerrübenanbau sind derzeit die Stolbur-Krankheit, die Cercospora-Blattfleckenkrankheit und herbizidresistente Unkräuter. Diese Probleme zwingen die Landwirte, nach neuen Lösungen zu suchen – darunter moderne Herbizide, Fungizide und Biostimulanzien.

Auf dem Betrieb Metternich-Ratibor-Corvey KG in Höxter testet Betriebsleiter Marius Feldmann das Herbizid Rinpode, das den Wirkstoff Florpyrauxifen-benzyl enthält. Dieser wirkt anders als herkömmliche Auxine und bekämpft hartnäckige Unkräuter wie Hühnerhirse effektiver. Feldmann setzte Rinpode zudem in Kombination mit dem Biostimulans Kinsidro Grow auf 44 Hektar ein und lobte die einfache Handhabung sowie die Verträglichkeit mit anderen Behandlungen.

Gegen die Cercospora-Blattfleckenkrankheit erhielten die Mittel Badge WG, Coprantol Duo und Recudo 2026 die volle Zulassung. Bis dahin halfen Notfallgenehmigungen für bestimmte Wirkstoffe den Landwirten, Ausbrüche einzudämmen. Langfristig bevorzugen sie jedoch dauerhafte Zulassungen, um Planungssicherheit zu gewinnen.

Der Rückgang des Rübenanbaus hat mehrere Ursachen: Nach der Abschaffung der EU-Zuckerquoten entfielen die Preisgarantien, während die Produktionskosten für Düngemittel und Energie stiegen. Extremwetterereignisse wie die Dürre 2022 und die Überschwemmungen 2024 schädigten die Ernten zusätzlich. Dadurch sank die Anbaufläche von rund 420.000 Hektar im Jahr 2021 auf etwa 340.000 Hektar bis 2025.

Ohne wirksame Gegenmaßnahmen könnte der Zuckerrübenanbau in Deutschland weiter schrumpfen – mit Risiken für die heimische Zuckerversorgung. Neue Pflanzenschutzmittel wie Rinpode und zugelassene Fungizide helfen den Landwirten, ihre Erträge zu defendieren. Doch die Zukunft der Branche hängt von stabilen Preisen, verlässlichen Zulassungen und einem besseren Resistenzmanagement ab, um die Produktion langfristig zu sichern.

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