30 March 2026, 16:37

Arnsberg diskutiert Umbenennung der umstrittenen Kardinal-Jaeger-Straße

Schwarzes und weißes Foto einer Stadtstraße mit der St. Peter Kirche in Wiesbaden, Deutschland im Hintergrund, flankiert von Gebäuden, Bäumen, Fahrzeugen und Passanten.

Arnsberg diskutiert Umbenennung der umstrittenen Kardinal-Jaeger-Straße

Eine Straße in Arnsberg könnte bald ihren Namen verlieren – wegen der Verbindung zu einem früheren Erzbischof, der in die Vertuschung von Missbrauchsfällen verwickelt war. Lokale politische Gruppen setzen sich dafür ein, die Kardinal-Jaeger-Straße umzubenennen, nachdem eine aktuelle Studie Fehlverhalten von Lorenz Jaeger aufgedeckt hat. Nun sollen die Anwohner:innen in der Gegend mitentscheiden, welchen neuen Namen die Straße tragen soll.

Lorenz Jaeger war von 1941 bis 1973 Erzbischof von Paderborn. Eine im März veröffentlichte Untersuchung belegte seine Beteiligung an der Vertuschung von Missbrauchsfällen innerhalb des Bistums. Seitdem gibt es Forderungen, Straßen, die nach ihm benannt sind, umzubenennen.

In Arnsberg haben sich sowohl SPD als auch CDU darauf verständigt, eine Umbenennung der Kardinal-Jaeger-Straße im Stadtteil Neheim vorzuschlagen. Bei einer öffentlichen Versammlung am 20. April können Bürger:innen alternative Namensvorschläge einbringen. Die beiden Parteien betonen, wie wichtig die Beteiligung der Bevölkerung an dieser Entscheidung ist.

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Ähnliche Diskussionen laufen auch in Werl und Wenden, wo ebenfalls Straßen nach Jaeger benannt sind. In Werl hat der Stadtrat die Bürger:innen bereits zu dem Thema befragt, in Wenden soll der Rat sich im Mai damit befassen. Falls die Umbenennung beschlossen wird, könnte dies administrative Herausforderungen mit sich bringen – etwa die Aktualisierung amtlicher Dokumente und Grundbuchunterlagen.

Außerhalb dieser Orte tragen in Nordrhein-Westfalen derzeit keine weiteren Straßen oder öffentlichen Plätze den Namen Jaegers. Die Kardinal-Jaeger-Straße in Paderborn soll ebenfalls aufgrund der Missbrauchsskandal-Enthüllungen umbenannt werden.

Das Umbenennungsverfahren wird in Arnsberg, Werl und Wenden unter Einbeziehung der Bevölkerung vorangetrieben. Bei einer Zustimmung müssen rechtliche und grundbuchtechnische Unterlagen angepasst werden. Die endgültigen Entscheidungen sollen die lokale Meinung sowie die Erkenntnisse der Missbrauchsuntersuchung widerspiegeln.

Quelle