BP beschleunigt Umstrukturierung bei Rekord-Ölpreisen und Raffinerie-Verkäufen
Traude KlappBP beschleunigt Umstrukturierung bei Rekord-Ölpreisen und Raffinerie-Verkäufen
BP beschleunigt seine interne Umstrukturierung, während die Ölpreise auf fast 112 Dollar pro Barrel steigen. Gleichzeitig hat das Unternehmen rund 800 Gewerkschaftsmitglieder in seiner Raffinerie in Whiting, Indiana, ausgeschlossen, nachdem die Tarifverhandlungen gescheitert sind. Zudem läuft der Verkauf großer Teile des deutschen Geschäfts, um Kosten zu senken und die Schuldenlast zu verringern.
Der Energieriese kündigte an, seine Raffinerie in Gelsenkirchen an die Klesch Group zu verkaufen. Der Standort, der jährlich 12 Millionen Tonnen Rohöl verarbeitet, wird mit etwa 1.800 Mitarbeitenden an den neuen Eigentümer übergehen. Durch das Geschäft könnten bis zu 1,7 Milliarden Dollar an Verbindlichkeiten aus der BP-Bilanz verschwinden.
BP hat zudem sein Sparziel für 2027 auf 6,5 bis 7,5 Milliarden Dollar erhöht – fast 30 Prozent der Kostenbasis von 2023. Dies unterstreicht die Bemühungen, die Abläufe angesichts der schwankenden Ölmärkte effizienter zu gestalten. Die Preise für Brent-Öl sind aufgrund schwerer Blockaden in der Straße von Hormus gestiegen, was die Lieferketten zusätzlich unter Druck setzt.
In den USA sperrte BP Gewerkschaftsmitglieder in der Raffinerie Whiting aus, nachdem keine Einigung auf ein neues Arbeitsabkommen erzielt werden konnte. Der Schritt erfolgt zu einer Zeit, in der das Unternehmen mit größeren betrieblichen Herausforderungen konfrontiert ist. Um die Belastung der Lieferketten zu verringern, erteilte die US-Regierung eine 60-tägige Ausnahmegenehmigung vom Jones Act, die mehr Flexibilität beim Treibstofftransport ermöglicht.
Finanzanalysten beobachten BPs Umstrukturierungsmaßnahmen genau. Die HSBC stufte die Aktie des Konzerns von "Reduce" auf "Hold" hoch und erhöhte das Kursziel – der Verkauf der Raffinerie werde als positiver Schritt gewertet. Dennoch schwankt der Marktwert von BP im Jahr 2024, beeinflusst von den Ölpreisschwankungen, Investitionen in erneuerbare Energien und Sorgen der Anleger über das Tempo der Energiewende.
Der Verkauf der Gelsenkirchener Raffinerie und strengere Kostenkontrollen sollen die finanzielle Lage von BP stärken. Angesichts der weiterhin hohen Ölpreise und geopolitischer Spannungen, die das Angebot belasten, könnte die Umstrukturierung dazu beitragen, die Geschäfte zu stabilisieren. Die Auswirkungen auf die Beschäftigten bleiben jedoch ungewiss, während Verhandlungen und Übergangsprozesse andauern.






