Ford-Streik 1973: Wie migrantische Arbeiter:innen in Köln Geschichte schrieben
Lutz KühnertFord-Streik 1973: Wie migrantische Arbeiter:innen in Köln Geschichte schrieben
Ein neues Buch mit dem Titel „Der Streik half mir, als junger Mensch Kraft zu entwickeln: Migrantische Kämpfe gegen Ausbeutung und Rassismus“ ist erschienen. Es beleuchtet den historischen Ford-Streik von 1973 in Köln, bei dem migrantische Arbeiter:innen höhere Löhne und Würde am Arbeitsplatz forderten. Der Band wurde von Nihat Öztürk, Nuria Cafaro, Bernd Hüttner und Florian Weis herausgegeben.
Am 30. August 1973 legten die Beschäftigten im Kölner Ford-Werk die Arbeit nieder. Die meisten von ihnen waren Migrant:innen, die unter prekären Bedingungen und niedrigen Löhnen litten. Sie verlangten eine zusätzliche D-Mark pro Stunde und mehr Respekt im Berufsalltag.
Der Streik stieß auf gewaltsamen Widerstand. Polizei und Werksschutz gingen mit Härte gegen die Proteste vor. Einige deutsche Kolleg:innen griffen die streikenden Migrant:innen sogar körperlich an, während Meister und Arbeitskolleg:innen sie schikanierten. Dennoch markierte die Aktion einen Wendepunkt für die Selbstermächtigung von Migrant:innen.
Das Buch untersucht den Ford-Streik detailliert, darunter auch die Kontroversen um die Rolle des Betriebsrats und der IG Metall. Zudem werden weitere von Migrant:innen geführte Arbeitskämpfe desselben Jahres behandelt, etwa bei Pierburg in Neuss und Hella in Lippstadt. Die Herausgeber:innen ziehen Parallelen zu heutigen Kämpfen – etwa denen von Fahrradkurier:innen, die sich als Erben der Bewegung von 1973 sehen.
Der Ford-Streik gilt heute als Schlüsselmoment im Kampf gegen Ausbeutung und Rassismus. Das Buch zeigt seine nachhaltige Wirkung auf die Arbeiter:innenbewegung und antirassistische Kämpfe auf. Gleichzeitig dokumentiert es die anhaltende Bedeutung migrantischer Widerstandsbewegungen in der modernen Arbeitswelt.






