17 March 2026, 00:34

Giftiges Erbe: Gelsenkirchen kämpft mit einer Million Tonnen illegalem Müll am Rhein-Herne-Kanal

Eine detaillierte Karte von Hannover, Deutschland, die Straßen, Gebäude und Sehenswürdigkeiten zeigt, mit begleitendem Text über die Bevölkerung und bekannte Orte der Stadt.

Giftiges Erbe: Gelsenkirchen kämpft mit einer Million Tonnen illegalem Müll am Rhein-Herne-Kanal

Eine der größten illegalen Mülldeponien Deutschlands liegt verlassen am Rhein-Herne-Kanal in Gelsenkirchen

Auf dem Gelände lagern rund eine Million Tonnen Abfall – ein Großteil davon stammt aus Nachbarstädten und den eigenen Entsorgungsdiensten Gelsenkirchens. Trotz jahrelanger Beschwerden griffen die Behörden erst ein, als die Anlage längst massiv überlastet war.

Die Deponie im Grimberg-Hafen wurde vor etwa acht Jahren aufgegeben, nachdem mehrere Firmen der Becker-Gruppe insolvent gingen. Schon während des Betriebs gab es Klagen von Anwohnern, doch das Umweltamt ignorierte die Vorwürfe. Als die Aufsichtsbehörden schließlich aktiv wurden, waren die gesetzlichen Lagergrenzen längst überschritten.

Der Müll auf der Deponie kam aus verschiedenen Quellen, darunter der städtische Entsorgungsdienst Gelsendienste und andere Kommunen der Region. Allein der Abfallentsorger der Stadt Herne lieferte rund 11.000 Tonnen an, wie das Gelsenkirchener Umweltamt bestätigte. Doch in keinen öffentlichen Unterlagen der Umweltbehörde sind alle Lieferanten aufgeführt oder die genauen Abfallarten dokumentiert.

Nun steht die Stadt vor immensen Sanierungskosten: Gelsendienste hat für 2024 bereits fast 9,5 Millionen Euro zurückgestellt, die Gesamtkosten könnten sich auf einen "hohen zweistelligen Millionenbetrag" belaufen. Andere Entsorgungsfirmen weigern sich, ihre Anteile an dem illegalen Müll zu übernehmen. Das Gelsenkirchener Umweltamt stützt sich daher auf das Kreislaufwirtschaftsgesetz, um die Verursacher bis zur ordnungsgemäßen Entsorgung in die Pflicht zu nehmen.

Die verlassene Deponie bleibt eine finanzielle und ökologische Belastung für Gelsenkirchen. Die Beseitigung wird Dutzende Millionen kosten – erste Mittel sind bereits bewilligt. Gleichzeitig laufen rechtliche Schritte gegen die Abfallproduzenten, die sich bisher ihrer Verantwortung entziehen.

AKTUALISIERUNG

Gelsenkirchens illegaler Müllberg-Sanierung jetzt mindestens 70 Millionen Euro teuer – warum die Kosten steigen

Das Umweltamt Gelsenkirchen hat bestätigt, dass die illegale Müllhalde am Grimberg-Hafen mindestens 70 Millionen Euro kosten wird, eine deutliche Erhöhung gegenüber früheren Schätzungen. Dieser Betrag schließt zusätzliche Ausgaben durch neue nationale Regelungen aus. Die Stadt steht vor einer schweren finanziellen Belastung, während sie diese Last mit anderen Prioritäten ausgleicht.