18 April 2026, 22:28

Hitlers Mercedes bleibt unverkauft – warum der NS-Paradewagen keine Käufer fand

Vintage-Plakat aus den 1920er Jahren von Mercedes-Benz mit einem klassischen Auto vor einem modernen Gl├Ąserturm mit zwei Personen im Auto und schwarzer Schrift unten.

Hitlers Mercedes bleibt unverkauft – warum der NS-Paradewagen keine Käufer fand

Ein seltenes Stück Geschichte aus dem Zweiten Weltkrieg kam kürzlich unter den Hammer: Eines der Paradedienstfahrzeuge Adolf Hitlers wurde in den USA versteigert. Der Mercedes-Benz 770 (W 150) aus dem Jahr 1939, auch als "Großer Mercedes" bekannt, diente einst dem NS-Diktator bei triumphalen Aufmärschen. Trotz großer Erwartungen blieb der Wagen jedoch unverkauft, da das höchste Gebot unter dem Mindestpreis des Besitzers blieb.

Das Fahrzeug spielte in den frühen 1940er-Jahren eine zentrale Rolle in der NS-Propaganda. 1940 fuhr Hitler damit durch München – an seiner Seite der italienische Diktator Benito Mussolini. Nur wenige Monate später, am 6. Juli, führte der Wagen den Siegesszug durch Berlin an, mit dem die schnellen militärischen Erfolge Deutschlands gefeiert wurden.

Zwischen 1939 und 1943 entwickelte sich der offene Tourenwagen zu einem Symbol der NS-Macht und diente häufig zum Transport ausländischer Würdenträger. Nach Kriegsende beschlagnahmten die Alliierten das Fahrzeug und brachten es in die USA, wo es seither in fast makellosem Zustand verblieb.

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Der Mercedes war nach Hitlers strengen Vorgaben gebaut und wies umfangreiche Sicherheitsmodifikationen auf. Die verstärkte Frontscheibe bestand aus 30 Millimeter dickem, kugelsicherem Verbundglas, während die Seiten mit Panzerplatten verkleidet waren. Unter der Haube arbeitete ein 7,7-Liter-Reihenkraftstoffmotor mit acht Zylindern, der 230 PS leistete und ein sechs Meter langes, bis zu fünf Tonnen schweres Chassis antrieb.

Ursprünglich war das Modell extrem teuer: Die viertürige Version kostete 44.000 Reichsmark, die Siebensitzer-Variante 47.500 Reichsmark – inflationsbereinigt entspricht das heute etwa 182.000 bzw. 196.000 Euro. Aufgrund seiner historischen Bedeutung hatten Auktionatoren mit einem Verkaufspreis zwischen sieben und neun Millionen US-Dollar gerechnet.

Doch obwohl das Interesse groß war, stieg das höchste Gebot lediglich auf sieben Millionen Dollar. Der Verkäufer lehnte ab, offenbar in der Hoffnung auf einen höheren Preis.

Die Versteigerung unterstrich die anhaltende Faszination für Relikte aus dem Zweiten Weltkrieg – selbst Jahrzehnte nach Kriegsende. Der Mercedes-Benz 770 bleibt vorerst in Privatbesitz; wann er wieder öffentlich zu sehen sein wird, ist ungewiss. Seine Geschichte als Instrument der NS-Propaganda und sein Weg von Berlin in ein US-amerikanisches Auktionshaus sorgen jedoch weiterhin für Aufmerksamkeit.

Quelle