Hochriskanter Castor-Transport erreicht Ahaus nach 170 Kilometern unter Protesten
Lutz KühnertHochriskanter Castor-Transport erreicht Ahaus nach 170 Kilometern unter Protesten
Ein hochgesicherter Konvoi mit atomarem Abfall hat nach einer 170 Kilometer langen Fahrt von Jülich aus sein Ziel in Ahaus, Nordrhein-Westfalen, erreicht. Bei dem Transport – einem der größten dieser Art seit Jahrzehnten – handelte es sich um 152 Castor-Behälter, die unter massivem Polizeischutz bewegt wurden. Entlang der Strecke versammelten sich Protestierende, die scharfe Kritik an der Aktion übten.
Der Konvoi war am Dienstagmorgen gegen 10 Uhr vom Forschungszentrum Jülich aufgebrochen. Begleitet von Strahlenschutzeinheiten, Anti-Drohnen-Abwehr und Spezialkräften erfolgte die Fahrt unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen. Über 2.400 Polizeibeamte waren im Einsatz, um die Sicherheit während des Transports zu gewährleisten.
Der erste Castor-Behälter traf am frühen Mittwochmorgen, kurz nach 2 Uhr, in Ahaus ein. Trotz der nächtlichen Ankunft gab es entlang der Route keine Zwischenfälle. Die von der Aktivistin Hanna Poddig organisierten Demonstranten hatten zuvor mit der Polizei verhandelt, um eine Anreise per Fahrrad zu ermöglichen.
Die Kritik an dem Transport ist breit gefächert. Kathrin Vogler von der Linken bezeichnete die Aktion als Ergebnis "politischer Verantwortungslosigkeit" und forderte den Rücktritt der Landesumweltministerin Mona Neubaur. Alexander Vogt (SPD) argumentierte, die Transporte hätten vollständig vermieden werden können. Poddig hingegen bestand darauf, dass Atomtransporte so lange gestoppt werden müssten, bis eine dauerhafte Lagerlösung gefunden sei.
Landesvertreter spielten die Bedenken herunter; der Innenminister verwies auf einen zu erwartenden "Gewöhnungseffekt" im Laufe der Zeit. Die Behörden bestätigten, dass bei künftigen Transporten höchstens drei Castor-Transporter gleichzeitig unterwegs sein würden.
Die Ankunft des ersten Behälters markiert den Beginn einer Reihe geplanter Transporte. Da noch 151 weitere Castor-Behälter verlagert werden müssen, sind weitere Proteste und verschärfte Sicherheitsmaßnahmen zu erwarten. Die Debatte über die Atommüllentsorgung in Deutschland hält derweil an, während Oppositionsgruppen nach alternativen Lösungen drängen.






