Junge Menschen verlieren dramatisch das Vertrauen in die Demokratie – was jetzt helfen kann
Traude KlappJunge Menschen verlieren dramatisch das Vertrauen in die Demokratie – was jetzt helfen kann
Vertrauen junger Menschen in die Demokratie bricht dramatisch ein
Laut einem neuen Bericht aus Nordrhein-Westfalen sinkt das Vertrauen junger Menschen in die Demokratie rasant. Die Studie zeigt eine wachsende Unzufriedenheit unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen – viele fühlen sich nicht ausreichend vorbereitet, um politische Informationen einzuordnen. Schulen gelten inzwischen als entscheidendes Schlachtfeld gegen digitale Radikalisierung und extremistische Einflüsse im Netz.
Der aktuelle Demokratiebericht 2025 dokumentiert einen steilen Rückgang der Zufriedenheit mit der Demokratie. Während 2021 noch 77 Prozent der 14- bis 18-Jährigen mit der Funktionsweise der Demokratie zufrieden waren, lag dieser Wert 2025 nur noch bei 47 Prozent. Gleichzeitig stieg die Unzufriedenheit von 23 auf 53 Prozent. Bei den 19- bis 29-Jährigen äußern mittlerweile nur noch 51 Prozent Zufriedenheit – ein Trend, der sich in allen Altersgruppen unter 45 Jahren widerspiegelt.
Die Studie unterteilt die Bevölkerung in 44 Prozent "überzeugte Demokraten", 42 Prozent "fragile Demokraten" und 8 Prozent "Demokratiegegner". Besonders schwach ist die Unterstützung für die Demokratie unter jungen Erwachsenen, was Bedenken hinsichtlich der langfristigen Stabilität weckt. Zwar lernen 73 Prozent der Jugendlichen in der Schule etwas über Demokratie, doch nur 57 Prozent trauen sich zu, politische Informationen selbstständig zu finden und zu bewerten.
Digitale Räume beschleunigen Radikalisierung Extremistische Botschaften verbreiten sich rasant über soziale Medien, Chatgruppen und Gaming-Communities. Bundesbildungsministerin Karin Prien warnt, dass junge Menschen zunehmend mit frauenfeindlichen, gewaltverherrlichenden und extremistischen Ideologien konfrontiert werden. Die klassische politische Bildung kommt gegen diese digitalen Gefahren kaum an.
Die Studie betont die zentrale Rolle von Schulen beim Aufbau demokratischer Kompetenzen. Eine deutliche Mehrheit – 76 Prozent der Jugendlichen – wünscht sich mehr politische Themen im Unterricht. Doch ohne bessere Ausstattung stehen Lehrkräfte im Kampf gegen digitale Manipulation vor einer kaum zu bewältigenden Aufgabe.
Dringender Handlungsbedarf in der politischen Bildung Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit einer stärkeren demokratischen Bildung in Schulen. Da junge Menschen mehr politische Auseinandersetzung im Unterricht fordern, plädiert der Bericht für gezielte Maßnahmen gegen digitale Radikalisierung. Ohne Gegensteuerung könnte der Vertrauensverlust in die Demokratie bei den jüngeren Generationen weiter zunehmen.






