07 April 2026, 15:02

Münster-Mitte: Bürgerinitiative stoppt Umbenennung von NS-belasteten Straßennamen

Schwarz-weiß-Postkarte einer Stadtstraße in Hannover, Deutschland, mit Gebäuden, Straßenlaternen, Lampen, Passanten und Himmel, mit Text und einer Briefmarke unten.

Münster-Mitte: Bürgerinitiative stoppt Umbenennung von NS-belasteten Straßennamen

Eine Bürgerinitiative in Münster-Mitte hat erfolgreich Pläne angefochten, fünf Straßen umzubenennen, die mit Persönlichkeiten aus der NS-Zeit in Verbindung stehen. Die Gruppe sammelte über 6.000 Unterschriften und zwang den Bezirksrat damit, seine Entscheidung vom Mai noch einmal zu überdenken. Die endgültige Abstimmung, ob die Namen beibehalten oder eine Bürgerbefragung durchgeführt wird, findet am 11. November statt.

Die Überprüfung von Straßennamen aus der Zeit zwischen 1933 und 1945 begann bereits 2020 mit dem Ziel, Bezüge zur nationalsozialistischen Ideologie aufzudecken. Im Mai beschloss der Bezirksrat, die Skagerrakstraße, die Admiral-Scheer-Straße, die Admiral-Spee-Straße, die Otto-Weddigen-Straße und die Langemarckstraße umzubenennen. Die Stadtverwaltung hatte zuvor jedoch vorgeschlagen, die Namen beizubehalten und stattdessen historische Erläuterungen anzubringen.

Gegner der Umbenennung starteten eine Petition und sammelten 6.071 gültige Unterschriften – genug, um eine formelle Überprüfung auszulösen. Die Initiative argumentiert, dass die Namen trotz ihrer umstrittenen Vergangenheit erhalten bleiben sollten. Falls der Rat an seiner ursprünglichen Entscheidung festhält, kommt es in Münster-Mitte zu einer Bürgerbefragung.

Damit die Abstimmung erfolgreich ist, müssen mehr als zehn Prozent der Bezirksbevölkerung teilnehmen, wobei eine Mehrheit für die Beibehaltung der Namen stimmen muss. Die Stadt hatte bereits im September 2024 neue Richtlinien für den Umgang mit öffentlichen Ehrungen eingeführt, darunter klarere Regeln zur Bürgerbeteiligung.

Die Entscheidung des Bezirksrats am 11. November wird darüber entscheiden, ob die Straßennamen bleiben oder eine öffentliche Abstimmung stattfindet. Sollte es zum Referendum kommen, liegt die Entscheidung bei den wahlberechtigten Anwohnern. Das Ergebnis muss strenge Teilnahme- und Mehrheitsanforderungen erfüllen, um die aktuellen Namen zu erhalten.

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