Nitratbelastung in Mönchengladbach: Jeder sechste Brunnen überschreitet EU-Grenzwerte
Traude KlappNitratbelastung in Mönchengladbach: Jeder sechste Brunnen überschreitet EU-Grenzwerte
Hohe Nitratwerte in privaten Brunnen Mönchengladbachs sorgen für Besorgnis über die Wasserqualität
Tests haben ergeben, dass in jedem sechsten Wasserproben aus privaten Brunnen in Mönchengladbach der gesetzliche EU-Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter überschritten wird. Besonders betroffen ist der Stadtteil Hehn, wo mit 162 mg/l der höchste Wert gemessen wurde. Auch in Merreter, Varbrook, Broich und Neuwerk wurden erhöhte Konzentrationen festgestellt. Die Nitratrichtlinie sieht einen strengen Höchstwert von 50 mg/l vor, um Trinkwasser zu schützen – doch einige Brunnen in Mönchengladbach wiesen Werte auf, die mehr als das Dreifache betrugen. In weniger belasteten Gebieten wie Winkeln, Bettrath-Hoven und Bockert lagen die Messwerte dagegen im sicheren Bereich.
Landwirtschaftliche Flächen verschärfen das Problem Ein möglicher Grund für die hohe Belastung liegt in der landwirtschaftlichen Struktur der Region: Ganze 77 Prozent der Ackerflächen in Mönchengladbach bestehen aus offenen, baumlosen Feldern. Fehlt Vegetation, die überschüssiges Nitrat aufnehmen könnte, sickert der Stoff ungehindert ins Grundwasser.
Agroforstwirtschaft als Lösung? Als Gegenmaßnahme setzt sich ein Bündnis aus Agrarfachleuten und Beratern für den Ausbau von Agroforstsystemen ein. Dabei werden Nutzpflanzen mit gezielt angelegten Baumreihen kombiniert, die Nitrat filtern, bevor es ins Grundwasser gelangt. Studien zufolge verringert diese Methode die Belastung, ohne die Erträge zu schmälern.
Die VSR-Gewässerschutz hat die Bundesregierung nun aufgefordert, Agroforstwirtschaft zu fördern. Neben sauberem Wasser bietet der Ansatz weitere Vorteile: Er stärkt die Artenvielfalt und trägt zum Klimaschutz bei.
Dringender Handlungsbedarf Der Appell für Agroforstwirtschaft ist eine direkte Reaktion auf die Nitratkrise in Mönchengladbach. Würde das System eingeführt, könnte es die Verschmutzung senken, ohne die landwirtschaftliche Produktivität zu beeinträchtigen. Die Behörden stehen zunehmend unter Druck, nachhaltige Lösungen für Wasser- und Bodenmanagement umzusetzen.






