NRW-Arbeitgeber fordern radikale Gesundheitsreform mit Praxisgebühren und höheren Zuzahlungen
Traude KlappNRW-Arbeitgeber fordern radikale Gesundheitsreform mit Praxisgebühren und höheren Zuzahlungen
Arbeitgeber in Nordrhein-Westfalen drängen auf grundlegende Reformen des Gesundheitssystems
Arbeitgeber in Nordrhein-Westfalen fordern weitreichende Änderungen am deutschen Gesundheitssystem. Ohne Gegenmaßnahmen könnten steigende Kosten die Sozialabgaben in den nächsten zehn Jahren auf fast 50 Prozent treiben, warnen sie. Zu den Vorschlägen gehören die Wiedereinführung von Praxisgebühren sowie höhere Zuzahlungen für Medikamente.
Johannes Pöttering, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes NRW, wies auf die drohende Finanzierungskrise in der gesetzlichen Krankenversicherung hin. Sollte nichts unternommen werden, könnten die Beitragssätze auf 20 Prozent steigen, so seine Prognose. Gleichzeitig forderte er strengere Kostendämpfungsmaßnahmen – etwa die Rückkehr zur 10-Euro-Gebühr für Arztbesuche.
In einem Positionspapier des Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) wird vorgeschlagen, die Zuzahlungen an die Inflation anzupassen. Würde man die seit 2004 unveränderten Sätze aktualisieren, stiege die Mindestgebühr für Medikamente von 5 auf 7,50 Euro, die Obergrenze von 10 auf 15 Euro. Pöttering stellte zudem das heutige System der beitragsfreien Familienversicherung für Ehepartner infrage und plädierte dafür, diese auf Eltern in Elternzeit zu beschränken.
Ziel der Vorschläge ist es, die wachsende finanzielle Belastung für Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu begrenzen. Pöttering betonte, dass ohne Reformen auch steigende Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung die verfügbaren Einkommen weiter schmälern würden.
Die Forderungen der Arbeitgeber zielen darauf ab, die Gesundheitskosten durch höhere Eigenbeteiligung der Patienten zu senken. Sollten die Pläne umgesetzt werden, wäre dies ein Abschied vom bisherigen System mit niedrigen Gebühren und umfassenderem Leistungsschutz. Die Debatte entzündet sich vor dem Hintergrund steigender medizinischer Ausgaben und demografischer Veränderungen, die die Beitragssätze unter Druck setzen.






