NRW führt Punktesystem für ökologische Bewertung von Freiflächen-Photovoltaik ein
Anto StumpfNRW führt Punktesystem für ökologische Bewertung von Freiflächen-Photovoltaik ein
Die Landesanstalt für Natur, Umwelt und Klimaschutz in Nordrhein-Westfalen hat einen neuen Leitfaden zur Bewertung der ökologischen Auswirkungen von Freiflächen-Photovoltaikanlagen veröffentlicht. Darin wird ein Punktesystem eingeführt, mit dem Teilbereiche einer Anlage anhand ihres ökologischen Werts auf einer Skala von null bis fünf eingestuft werden können. Erstmals gibt es damit in dem Bundesland verbindliche Kriterien für solche Bewertungen.
Der Leitfaden setzt auf ein punktbasiertes Verfahren zur Messung der ökologischen Verträglichkeit. Vollständig versiegelte Flächen wie Zufahrtswege erhalten die Bewertung null und müssen in vollem Umfang ausgeglichen werden. Teilversiegelte Flächen, etwa Schotterwege, werden mit einem Punkt bewertet – ähnlich wie die Bereiche direkt unter den Modulen.
Die Bewertung der Flächen zwischen den Modulreihen variiert je nach angestrebtem Biotoptyp. Dabei werden Abzüge vorgenommen, wenn diese Zonen mit dem ökologischen Idealzustand verglichen werden. Für naturnahe Gestaltungsansätze empfiehlt die Behörde Reihenabstände von mindestens fünf Metern, Modultische mit einer Unterkantenhöhe von mindestens 0,8 Metern sowie eine fundamentfreie Bauweise.
Nordrhein-Westfalen plant, seine Photovoltaik-Kapazität bis 2030 auf 21 bis 27 Gigawatt und bis 2040 auf 50 Gigawatt auszubauen – Freiflächenanlagen sollen dabei eine zentrale Rolle spielen. Der Bundesverband Erneuerbare Energie hat jedoch Bedenken geäußert: Er hinterfragt die wissenschaftliche Grundlage der Punktvergabe und kritisiert, dass die Einstufung der Flächen unter und zwischen den Modulen zu niedrig ausfalle.
Der Leitfaden zielt darauf ab, die Berechnung von Ausgleichsmaßnahmen im Land zu vereinheitlichen. Er bietet Entwicklern und Behörden klare, einheitliche Kriterien als Orientierung. Das neue System wird voraussichtlich künftige Photovoltaik-Projekte in Nordrhein-Westfalen prägen.






