Ramadan-Streit an NRW-Schule eskaliert: Schulbehörde leitet Untersuchung ein
Lutz KühnertRamadan-Streit an NRW-Schule eskaliert: Schulbehörde leitet Untersuchung ein
Ein Streit unter Zehnjährigen an einer Schule in Nordrhein-Westfalen hat bundesweites Aufsehen erregt. Der Konflikt begann während des Ramadan-Fastens und wurde in Medienberichten als kulturelle Auseinandersetzung mit größerer Tragweite dargestellt. Die Schulbehörden hatten das Geschehen zunächst als typischen Kinderstreit abgetan.
Ausgelöst wurde die Kontroverse, als Schüler, die im Ramadan fasteten, mit Mitschülern aneinandergerten, die nicht fasteten. Erste Stellungnahmen der Joseph-Beuys-Gesamtschule in Kleve und lokaler Verantwortungsträger spielten den Vorfall herunter und sprachen von einer normalen Rangelei unter Kindern. Zur Deeskalation wurde eine Klassenratssitzung einberufen.
Die Bild-Zeitung berichtete später, nicht fastende Schüler seien aufgefordert worden, Snacks diskret zu essen, um ihre fastenden Mitschüler nicht zu provozieren. Dies führte zu Schlagzeilen, die der Schule eine nachträgliche Relativierung ihrer Haltung vorwarfen. Die Bezirksregierung Düsseldorf stellte jedoch klar, dass es keine Vorschrift gab, nach der Schüler ihre Mahlzeiten verstecken mussten.
Nach einer weiteren Prüfung verurteilte die Düsseldorfer Schulbehörde die Vorfälle als "inakzeptabel und zutiefst beunruhigend". Sie kündigte eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Gewalt und Diskriminierung an. Eine unabhängige Untersuchung wurde eingeleitet, und die Schulleiterin wurde bis zum Abschluss der Ermittlungen beurlaubt. Zu den weiteren Maßnahmen gehören verpflichtende Antidiskriminierungsschulungen für das Personal sowie ein Ausbau der Beratungsangebote für Schüler.
Die Schule steht nun unter verschärfter Aufsicht. Neue Richtlinien sollen ähnliche Konflikte künftig verhindern und für eine transparentere Kommunikation sorgen. Die Ergebnisse der Untersuchung werden über das weitere Vorgehen gegenüber der beurlaubten Schulleiterin und den schulischen Abläufen entscheiden.