17 March 2026, 00:29

Regierung will Spritpreise mit Notgesetz vor Ostern deckeln

Diagramm, das die Kraftstoffpreise in den Vereinigten Staaten im Laufe der Zeit zeigt, mit zwei Linien, die den Preistrend darstellen, einer abnehmenden (blau) und einer zunehmenden (grün), auf einem weißen Hintergrund.

Regierung will Spritpreise mit Notgesetz vor Ostern deckeln

Die deutsche Bundesregierung treibt ein befristetes Gesetz voran, um die stark gestiegenen Spritpreise in den Griff zu bekommen. Falls der Entwurf verabschiedet wird, könnten die neuen Regeln noch vor Ostern in Kraft treten. Der Schritt folgt auf monatelange drastische Preisanstiege – ein Liter Benzin kostet im bundesweiten Durchschnitt mittlerweile 1,74 Euro.

Die explosionsartige Teuerung belastet sowohl Unternehmen als auch Autofahrer schwer, von Speditionen bis zu Fahrschulen. Währenddessen lockt das Nachbarland Österreich mit deutlich günstigerem Sprit, was den Druck auf die Politik erhöht, schnell zu handeln.

Die Kraftstoffkosten sind in den letzten Monaten kontinuierlich gestiegen und erreichten im März 2026 den Rekordwert von 1,74 Euro pro Liter. Deutschland gehört damit zu den teuersten Ländern der EU beim Tanken – nur in Italien ist der Sprit mit 1,73 Euro pro Liter minimal günstiger. Viele Pendler steigen aufgrund der Preisspirale auf die Bahn um, doch branchen, die auf den Straßenverkehr angewiesen sind, geraten zunehmend unter Druck.

Eine von der Regierung eingesetzte Taskforce soll die Krise bewältigen, doch ihre Wirkung bleibt vorerst unklar. Nach dem geplanten Gesetz dürften Tankstellen die Preise nur noch einmal täglich – und zwar mittags – erhöhen, während Senkungen jederzeit möglich wären. Mineralölkonzerne, die gegen die Vorschriften verstoßen, müssten mit Bußgeldern von bis zu 100.000 Euro rechnen.

Unternehmen spüren die Folgen bereits deutlich: Lars Rauer, Betreiber einer Fahrschule, plant, die Gebühren für Fahrstunden zu erhöhen, um die höheren Spritkosten auszugleichen. Claudia Jansweidt-Hermann, Inhaberin eines Reisebusunternehmens, hat die Preise für 2027 vorerst ausgesetzt – die zukünftigen Ausgaben seien nicht absehbar. Auch Speditionen und Vielfahrer kämpfen mit den steigenden Kosten.

Ziel des befristeten Gesetzes ist es, die Preise zu stabilisieren und Verbraucher vor plötzlichen Preissprüngen zu schützen. Sollte es verabschiedet werden, wäre dies einer der direktesten Eingriffe der Regierung in den Kraftstoffmarkt. Elektroautofahrer und Bahnkunden bleiben von den Änderungen unberührt, doch für die Millionen Haushalte und Unternehmen, die auf Benzin und Diesel angewiesen sind, werden die kommenden Wochen entscheidend.

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