Renault macht Schluss mit Wegwerf-Batterien – und setzt auf Kreislaufwirtschaft
Traude KlappRenault macht Schluss mit Wegwerf-Batterien – und setzt auf Kreislaufwirtschaft
Renault revolutioniert den Umgang mit Elektroauto-Batterien, indem es sie nicht länger als Wegwerfkomponenten, sondern als wertvolle Vermögenswerte behandelt. Das neue Konzept des Konzerns umfasst ein schnelles Austauschprogramm sowie eine kreislauforientierte Lieferkette, um Fahrzeuge länger auf der Straße zu halten und Stillstandszeiten zu minimieren. Batterien, die bis zu 30 Prozent des Gesamtwerts eines Fahrzeugs ausmachen können, stehen nun im Mittelpunkt von Renaults Strategie für Effizienz und Nachhaltigkeit.
Das Batterie-Tauschprogramm wurde zunächst in Frankreich über das Mobilize-Netzwerk eingeführt, wobei die erste Station 2021 in den Hauts-de-France in Betrieb ging. Das System ermöglicht Kunden, eine defekte Batterie innerhalb kürzester Zeit gegen eine funktionierende auszutauschen, während die ursprüngliche Einheit separat repariert wird. So lassen sich lange Wartezeiten vermeiden – für Renault ist es nicht tragbar, dass Fahrzeuge wochenlang wegen Batterieproblemen stillstehen.
Mittlerweile wurde das Programm auf Deutschland ausgeweitet, wo Renault mit Unternehmen wie IONITY, Aral Pulse und EnBW kooperiert. Bis 2026 sollen Tauschstationen an zentralen Standorten wie Frankfurt und Berlin betrieben werden. Allerdings gibt es Herausforderungen, darunter uneinheitliche Vorschriften. Allein in Deutschland variieren die Regelungen zum Umgang mit Batterien je nach Bundesland, und da Batterien als Gefahrgut eingestuft werden, können sich die Compliance-Anforderungen unvorhersehbar ändern.
Renaults Lieferkette ist komplex: Bauteile zirkulieren zwischen Händlern, Reparaturzentren, Lagern und Recyclingbetrieben. Eine Echtzeit-Nachverfolgung gestaltet sich schwierig, da die Partner unterschiedliche ERP-, WMS- und TMS-Systeme nutzen, was die Transparenz einschränkt. Um dies zu lösen, entwickelt das Unternehmen ein 360-Grad-Modell, in dem jeder Beteiligte gleichzeitig als Lieferant und Kunde agiert. Dieser kreislauforientierte Ansatz ermöglicht eine effizientere Bestandsverwaltung und hält die wertvollen Batterien ständig im Umlauf.
Durch den Wechsel zu einer kreislauforientierten Lieferkette behandelt Renault Batterien als langfristige Vermögenswerte statt als Einwegkomponenten. Durch beschleunigte Reparaturen und Tauschvorgänge verringert der Konzern die Stillstandszeiten von Fahrzeugen und steigert die betriebliche Effizienz. Die Expansion des Programms nach Deutschland sowie die Partnerschaften mit großen Infrastruktur-Anbietern deuten auf eine breitere Initiative hin, die Batteriebewirtschaftung in ganz Europa zu standardisieren.






