24 April 2026, 10:36

SPD-Kritik an NRW-Bildungsmilliarden: "Zwei-Klassen-Betreuung statt echter Reformen"

Eine Gruppe von Kindern sitzt an Tischen in einem Klassenzimmer, mit Büchern und Stiften auf den Tischen vor ihnen und Papieren an der Wand hinter ihnen.

SPD-Kritik an NRW-Bildungsmilliarden: "Zwei-Klassen-Betreuung statt echter Reformen"

Nordrhein-Westfalen soll aus dem Bundesinfrastrukturfonds 10 Milliarden Euro erhalten – die Hälfte davon ist für den Bildungsbereich vorgesehen. Dies gaben Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) und seine Stellvertreterin Mona Neubaur (Grüne) bekannt. Doch der familienpolitische Sprecher der SPD, Dennis Maelzer, hält die Mittel für unzureichend, um die dringenden Bedarfe von Schulen und Kitas tatsächlich zu decken.

In einem aktuellen Interview übt Maelzer scharfe Kritik an der Landesregierung und fordert rasche Reformen bei der Ausbildung und Personalausstattung in der Kinderbetreuung. Besonders kritisiert er das im Rahmen der Kibiz-Reform eingeführte "Kernzeitenmodell", das seiner Meinung nach eine "Zwei-Klassen-Betreuung" begünstige. Längere Öffnungszeiten allein würden die strukturellen Probleme in der frühkindlichen Bildung nicht lösen, so Maelzer.

Stattdessen schlägt er vor, die staatlichen Fördergelder nicht in erweiterte Betreuungszeiten, sondern in Qualifizierungsprogramme umzulenken. Die Vergütung für die praxisintegrierte Ausbildung von Erzieher:innen sei seit fünf Jahren nicht mehr angepasst worden, betont er. Eine sofortige Erhöhung würde helfen, Fachkräfte zu gewinnen und langfristig zu binden.

Der SPD-Politiker plädiert zudem für eine groß angelegte Nachwuchsoffensive, um den akuten Personalmangel in nordrhein-westfälischen Kitas zu beheben. Die aktuelle Bildungssituation in der Region bezeichnet er als "Dauerbaustelle" – selbst die geplanten fünf Milliarden Euro für Schulen und Ganztagsangebote reichten nicht aus, um nachhaltige Fortschritte zu erzielen.

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Maelzers Äußerungen folgen auf die Ankündigung der Landesregierung, fünf Milliarden Euro aus dem Bundesfonds in die Bildungsinfrastruktur zu investieren. Die Kommunen entscheiden selbst, wie sie die Mittel zwischen Schulen, Kitas und außerschulischen Betreuungsangeboten verteilen.

Während die Landesregierung auf längere Öffnungszeiten setzt, konzentriert sich Maelzer auf Ausbildung und Personalgewinnung. Die Debatte zeigt: Die Herausforderungen bei Personal und Finanzierung in der frühkindlichen Bildung NRWs bleiben ungelöst. Nun muss das Land entscheiden, wie es die neuen Bundesmittel gezielt einsetzt, um diese Probleme anzugehen.

Das Interview führte Sabine Tenta für WDR 5 Westblick und wurde am 22. Oktober 2025 veröffentlicht. Es steht bis zum 22. Oktober 2026 zur Verfügung.

Quelle