06 May 2026, 20:23

Tagesmütter in Bergisch Gladbach kämpfen um ihre Existenzgrundlage

Ein Babyladen in einem Einkaufszentrum mit Menschen, Spielzeugen, Regalen, Schildern, einem Anzeigebildschirm, Deckenlampen und einem Dach, das sich im Mall of Asia befindet.

Tagesmütter in Bergisch Gladbach kämpfen um ihre Existenzgrundlage

Tagesmütter und -väter in Bergisch Gladbach kämpfen mit finanziellen und strukturellen Problemen

In Bergisch Gladbach leiden viele Tagespflegepersonen unter finanziellen und strukturellen Herausforderungen. Ein Rückgang der Geburtenraten und der Ausbau von Kita-Plätzen für Kinder unter drei Jahren führen dazu, dass zahlreiche Betreuungsplätze unbesetzt bleiben. Für das kommende Jahr sind 46 Plätze unbesetzt – und die Anbieter befürchten, dass sich die Lage bis zum Sommer weiter verschärft.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Geburtenzahlen in Bergisch Gladbach sinken seit Jahren, was zu einem Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage in der Kinderbetreuung führt. Während Kitas ihre Kapazitäten ausbauen, gibt es immer weniger Kleinkinder, die einen Platz benötigen. Viele Eltern entscheiden sich zunächst für die Tagespflege, weil sie kleinere Gruppen, eine vertraute Umgebung und flexiblere Betreuungszeiten schätzen. Doch einige wechseln später unter Druck in eine Kita – aus Sorge, ihrem Kind könnten sich sonst später weniger Chancen bieten.

Die plötzlichen Wechsel belasten die Tagespflegepersonen finanziell, da sie auf eine stabile Auslastung angewiesen sind. Manche Familien nehmen ihre Kinder kurzfristig aus der Betreuung, was die Fachkräfte ohne Einkommen zurücklässt und sie emotional unter Druck setzt. Um auf ihre schwierige Situation aufmerksam zu machen, organisierten die Betreuenden kürzlich einen symbolischen „Sternmarsch“ zum Rathaus und forderten mehr Unterstützung.

Der Verband der Tagespflegepersonen betont, dass man nicht in Konkurrenz zu den Kitas stehen wolle. Vielmehr sehe man sich als wichtige Ergänzung im System, die eine andere Form der frühen Kinderbetreuung anbiete. Doch mit der endgültigen Verteilung der Kita-Plätze könnte die Zahl der unbesetzten Tagespflegeplätze weiter steigen.

Die Stadt steht nun vor einem Überangebot an Betreuungsplätzen – die Tagespflege trägt die Hauptlast der Veränderungen. Ohne Gegenmaßnahmen könnte sich die Kluft zwischen verfügbaren Plätzen und tatsächlicher Nachfrage noch vergrößern. Die Betreuenden setzen sich weiterhin für eine stärkere Anerkennung ihrer Rolle in der frühkindlichen Bildung ein.

Quelle