30 March 2026, 10:31

Tausende protestieren in Köln und Bonn gegen sexualisierte Gewalt und digitale Übergriffe

Eine Gruppe von Menschen auf einer Straße mit einem Banner, auf dem steht: "Du kannst uns nicht unterdrücken, vereine dich widerstehe Feminist," mit einem Fahrrad in der Nähe und Ballons im Hintergrund bei klarem blauem Himmel.

Tausende protestieren in Köln und Bonn gegen sexualisierte Gewalt und digitale Übergriffe

Tausende gingen am Wochenende in Köln und Bonn auf die Straße, um gegen sexualisierte Gewalt zu protestieren. Die Demonstrationen folgten einer jüngsten Der-Spiegel-Untersuchung, die die öffentliche Debatte über digitale Gewalt gegen Frauen neu entfacht hat. Veranstalter und Politiker forderten strengere gesetzliche Schutzmaßnahmen und mehr Verantwortungsbewusstsein von Männern.

Am Samstag zogen in Köln trotz kaltem und regnerischem Wetter über 5.000 Menschen durch die Stadt. Die Kundgebung war eine von mehreren in ganz Deutschland, die Maßnahmen gegen sexualisierte Gewalt einforderten. Viele Demonstranten trugen Schilder, darunter eines mit der Aufschrift "Girls just wanna be safe" – eine Abwandlung von Cindy Laupers "Girls Just Wanna Have Fun".

Am folgenden Tag versammelten sich in Bonns Innenstadt Hunderte, mehr als 500 Protestierende vor dem alten Rathaus. Die Veranstaltung wurde von einem Bündnis lokaler Parteien organisiert, darunter Grünen, CDU, SPD und Volt. Jeder Redner auf der Kundgebung rief Männer dazu auf, Verantwortung zu übernehmen und frauenfeindliche Einstellungen zu hinterfragen.

Auslöser für die Proteste war ein Der-Spiegel-Bericht, in dem die Schauspielerin Collien Fernandes ihrem Ex-Mann, dem Schauspieler Christian Ulmen, digitale Gewalt vorwirft. Der Fall hat das Thema in den Mittelpunkt der politischen Diskussion gerückt. Bundeskanzler Friedrich Merz nahm in einer Parlamentsrede Stellung und verwies auf die zunehmende Gewalt in beiden Lebensbereichen – im realen wie im digitalen Raum.

Als Reaktion hat die Regierung neue Maßnahmen ausgearbeitet. Justizministerin Stefanie Hubig schlug vor, die Erstellung und Verbreitung nicht einvernehmlicher Nacktaufnahmen und sexualisierter Deepfakes unter Strafe zu stellen. Ein separates, bereits vom Kabinett beschlossenes Gesetz sieht elektronische Fußfesseln für gewalttätige Ex-Partner vor. Tim Achtermeyer, Co-Vorsitzender der Grünen in Nordrhein-Westfalen, kritisierte Merz jedoch dafür, sich nicht stärker für schärfere Schutzregelungen einzusetzen.

Auch CDU-Politikerinnen der Frauen-Union der Partei schlossen sich bei den Protesten den Forderungen nach wirksameren Schutzmaßnahmen an.

Die Demonstrationen in Köln und Bonn zeigen den wachsenden öffentlichen Druck für rechtliche Reformen. Die von der Regierung geplanten Gesetze zu digitaler Gewalt und Überwachungsgeräten für Täter werden derzeit diskutiert. Unterdessen fordern Aktivisten weiterhin schnelleres Handeln, um Frauen vor Gewalt in all ihren Formen zu schützen.

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