Wanderungsströme zwischen Ostdeutschland und Siegen-Wittgenstein im Wandel
Lutz KühnertWanderungsströme zwischen Ostdeutschland und Siegen-Wittgenstein im Wandel
Seit der Wiedervereinigung haben über 12.700 Menschen aus Ostdeutschland ihren Wohnsitz in den Kreis Siegen-Wittgenstein verlegt. Die Wanderungsbewegungen zwischen den Regionen haben sich im Laufe der Zeit gewandelt, wobei sich deutliche Trends in den Migrationsmustern abzeichnen. In den letzten Jahren verzeichnet der nordrhein-westfälische Landkreis mehr Fortzüge als Zuzüge.
Den Höhepunkt erreichte die Migration 1991, als fast 1.200 Menschen aus den neuen Bundesländern in die Region Siegen-Wittgenstein zogen. Seither haben sich die Zahlen auf ein gleichmäßigeres Niveau eingependelt. Zwischen 2010 und 2023 blieb der jährliche Zuzug stabil und lag im Schnitt bei 200 bis 300 Personen pro Jahr.
Die meisten Neuankömmlinge stammen aus Sachsen-Anhalt, während aus Mecklenburg-Vorpommern die wenigsten kamen. Doch seit 2020 hat sich das Blatt gewendet: Mittlerweile verlassen mehr Einwohner Siegen-Wittgenstein in Richtung Ostdeutschland, als von dort zuziehen.
Insgesamt haben etwa 9.200 Menschen den umgekehrten Weg gewählt und sind seit 1991 aus dem Kreis Siegen-Wittgenstein in die neuen Bundesländer gezogen.
Die Daten zeigen einen langfristigen Austausch zwischen Siegen-Wittgenstein und Ostdeutschland. Während in den frühen Jahren beträchtliche Zuzüge zu verzeichnen waren, deutet der aktuelle Trend auf eine Nettoabwanderung hin. Diese Entwicklung spiegelt die sich wandelnden Migrationsdynamiken der Region in den vergangenen drei Jahrzehnten wider.






