16 March 2026, 22:31

Wasserstoffbranche zwischen Hoffnung und Rückschlägen: Wer setzt sich durch?

Plakat mit Text und Logo, das "Wir reduzieren die Treibhausgasemissionen um etwa eine Gigatonne bis 2030" besagt und für eine signifikante Reduzierung der Treibhausgasemissionen bis 2030 wirbt.

Wasserstoffbranche zwischen Hoffnung und Rückschlägen: Wer setzt sich durch?

Wasserstoffunternehmen erleben gemischte Entwicklungen, während schwankende Ölpreise die Energiemärkte verunsichern. Während einige Firmen große Projekte vorantreiben, kämpfen andere mit finanziellen Belastungen und betrieblichen Rückschlägen. Aktuelle Verschiebungen im Anlegervertrauen unterstreichen die Herausforderungen, vor denen der Sektor steht.

Der norwegische Wasserstofftechnologiekonzern Nel ASA, ein wichtiger Akteur in der Branche, verzeichnete am Montag in Stuttgart einen Kursanstieg von 2,5 Prozent auf 0,192 Euro. Trotz dieses leichten Plus bleibt die Aktie nahe ihrem Allzeittief von 0,17 Euro – ein Zeichen für die anhaltenden finanziellen Schwierigkeiten des Unternehmens. Eine treue Investorengruppe hält dem Unternehmen weiterhin die Stange, doch das breite Marktvertrauen bleibt schwach.

In Bielefeld stehen die wasserstoffbetriebenen Müllfahrzeuge der Stadt seit Monaten still. Lieferengpässe bei Wasserstoff und frühere Zuverlässigkeitsprobleme halten die Flotte am Boden. Lokale Verantwortliche betonen jedoch, dass es sich um vorübergehende Schwierigkeiten handle, und bekräftigen ihr langfristiges Bekenntnis zur Wasserstofftechnologie.

Unterdessen gab ITM Power grünes Licht für eine Endinvestitionsentscheidung zu einem neuen Großprojekt im Wasserstoffsektor. Der Schritt erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem das Unternehmen unter wachsendem Druck steht, die Leistungsfähigkeit seiner Technologie unter Beweis zu stellen und das Vertrauen der Anleger zu halten. Gleichzeitig fielen die Aktien von Bloom Energy am Freitag um 1,7 Prozent auf 154,51 US-Dollar und beendeten damit eine längere Aufwärtsphase. Der Rückgang folgte auf Bedenken, dass ein großer Auftrag mit Oracle im vergangenen Jahr nicht zu weiteren Geschäften geführt hat – was die Markterwartungen dämpft.

Die Volatilität der Ölpreise, angetrieben durch geopolitische Spannungen mit dem Iran, verstärkt die Unsicherheit. Die Nordsee-Ölsorte Brent pendelte Anfang 2026 zwischen Tiefstständen von 44–63 US-Dollar und Höchstständen von über 115 US-Dollar pro Barrel. Doch es gibt kaum klare Anzeichen dafür, wie diese Schwankungen die Strategien europäischer Wasserstoffunternehmen – abgesehen von Nel ASA – direkt geprägt haben.

Die Wasserstoffbranche bewegt sich in einer Phase hohen Risikos und vorsichtigen Optimismus. Unternehmen wie Nel ASA und ITM Power treiben ihre Projekte voran, während andere, etwa Bloom Energy, mit nachlassender Anlegerbegeisterung konfrontiert sind. Fürs Erste hängt der Fortschritt der Branche davon ab, finanzielle Hürden zu überwinden und zu beweisen, dass die Technologie im großen Maßstab funktioniert.

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