05 April 2026, 00:38

Akademischer Exodus: Warum US-Forschende nach Deutschland fliehen und der DAAD Russland verlässt

Ein Plakat, das eine Berliner Secession im Jahr 1900 ankündigt und eine Frau in einem roten Kleid zeigt, die ein Objekt hält, mit Texten, die Informationen über das Ereignis enthalten.

Akademischer Exodus: Warum US-Forschende nach Deutschland fliehen und der DAAD Russland verlässt

Deutsche und amerikanische akademische Austauschprogramme stehen vor tiefgreifenden Veränderungen. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) stellt seine Aktivitäten in Russland ein, nachdem Moskau die Organisation als "unerwünscht" eingestuft hat. Gleichzeitig wenden sich immer mehr US-Forschende und Studierende dem USA zu, da in den USA die Mittel für die Klimaforschung gekürzt werden.

Der DAAD, der weltweit größte Förderer internationaler akademischer Austauschprogramme, wird sein Moskauer Büro sowie das Deutsche Haus für Forschung und Innovation schließen. Dieser Schritt folgt der Entscheidung des russischen Justizministeriums, die Organisation auf die Liste "unerwünschter Organisationen" zu setzen. Damit ist der DAAD gezwungen, alle Tätigkeiten im Land einzustellen.

Unterdessen leidet die US-Klimaforschung seit der Amtszeit von Donald Trump unter drastischen Kürzungen. Förderprogramme wurden gestrichen, langfristige Datenerhebungen abgebrochen und selbst Forschungsunterlagen vernichtet. Selbst renommierte Universitäten wie Harvard, Stanford und Princeton sind betroffen – viele Nachwuchswissenschaftler:innen bleiben ohne Unterstützung zurück.

Als Folge davon suchen US-Forschende zunehmend in Deutschland nach Alternativen. Die Bewerbungen für DAAD-Stipendien für Masterstudiengänge in Deutschland haben sich mehr als verdoppelt. Auch die Alexander-von-Humboldt-Stiftung und die Max-Planck-Gesellschaft verzeichnen einen deutlichen Anstieg an Anfragen von US-Wissenschaftler:innen. Doch das Interesse ist nicht einseitig: Die Nachfrage deutscher Studierender nach einem Studium in den USA ist um etwa zehn Prozent gesunken.

Der Rückzug des DAAD aus Russland markiert einen klaren Bruch in den akademischen Beziehungen zwischen beiden Ländern. In den USA treibt die reduzierte Förderung weiterhin Forschende nach Deutschland, wo die Stipendienanträge steigen. Dieser Wandel spiegelt größere Verschiebungen in der globalen Forschungszusammenarbeit und bei den Förderprioritäten wider.

AKTUALISIERUNG

Academic Freedom Decline in US Drives Researchers to Germany

New analysis reveals a direct link between reduced US university autonomy and declining academic freedom. The AFI-Update 2026 report shows:

  • 17 March 2026 data confirms abrupt autonomy losses at US institutions like Harvard and Stanford
  • Academic freedom declines correlate with Trump-era climate funding cuts
  • While German universities face similar pressures, the drop is statistically less severe This erosion of institutional independence is pushing more US researchers to seek stable environments in Germany.