21 March 2026, 06:26

Petrit Halilaj gewinnt Nasher-Preis 2027 und schreibt Kunstgeschichte

Bronzemedaille mit Text und Bildern graviert, die wahrscheinlich die Schlacht von Sandusky darstellen, auf einer weißen Oberfläche.

Petrit Halilaj gewinnt Nasher-Preis 2027 und schreibt Kunstgeschichte

Der kosovarische Künstler Petrit Halilaj hat mit nur 39 Jahren den Nasher-Preis 2027 gewonnen und ist damit der jüngste Preisträger in der Geschichte der Auszeichnung. Seine Werke speisen sich tief aus seinen Kindheitserinnerungen im Kosovo während des Konflikts der 1990er-Jahre und verbinden persönliche Erfahrungen mit den größeren Themen Krieg und Widerstandsfähigkeit. Der mit 100.000 US-Dollar dotierte Preis soll laut Halilaj an die Hajde! Foundation gehen, eine Kunstorganisation in seiner Heimatstadt.

Halilajs frühes Leben war vom Kosovokrieg geprägt. Mit 13 Jahren wurde sein Familienhaus von serbischen Truppen niedergebrannt – ein Ereignis, das sein späteres künstlerisches Schaffen entscheidend formte. Seine Kriegszeichnungen, die er als Kind anfertigte, wurden Jahre später in der Tate St Ives in England ausgestellt und zeigten den Kontrast zwischen kindlicher Unschuld und der Grausamkeit des Krieges.

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Seine Installationen und Performances setzen sich häufig mit der Geschichte des Kosovo auseinander, sowohl aus persönlicher als auch aus kollektiver Perspektive. Ein bemerkenswertes Projekt war Syrigana, eine interdisziplinäre Oper, die in einem gleichnamigen kosovarischen Dorf aufgeführt wurde. Trotz ethnischer Spannungen in der Region brachte die Produktion unterschiedliche Gemeinschaften zusammen und spiegelte Halilajs Überzeugung wider, dass Kunst eine verbindende Kraft sein kann.

Einige seiner Werke, darunter Bronzeskulpturen, die von Kritzeleien von Schülern auf Schulbänken im Balkan inspiriert sind, gehören zwar zur Sammlung des Metropolitan Museum of Art, doch gab es dort bisher keine eigenständigen Ausstellungen seiner Arbeiten. Seine künstlerische Praxis wurde jedoch in renommierten Häusern wie dem Hamburger Bahnhof in Berlin gezeigt.

Aktuell engagiert sich Halilaj für die Restaurierung des Hauses der Kultur in seiner Heimatstadt, ein Projekt unter der Leitung der Hajde! Foundation. Die Wiedereröffnung ist für 2027 geplant, und der Ort soll Menschen aller ethnischen Hintergründe und Minderheitengruppen willkommen heißen. Seine Vision für das Zentrum entspricht seinem künstlerischen Anliegen: inklusive Räume zu schaffen, in denen Geschichte und Kreativität aufeinandertreffen.

Das Preisgeld des Nasher-Preises wird direkt in die Arbeit der Hajde! Foundation im Kosovo fließen und unterstreicht Halilajs Engagement für die Förderung von Kunst in Nachkriegsregionen. Seine kommenden Projekte, darunter das Haus der Kultur, setzen weiterhin seine persönlichen Traumata in kollektive Heilungsprozesse durch kreative Ausdrucksformen um. Die Auszeichnung 2027 würdigt nicht nur seine künstlerischen Leistungen, sondern auch seinen Einsatz für die kulturelle Wiederbelebung seiner Heimat.

Quelle