Evangelische Kirche Westfalen durchsucht Personalakten nach sexualisierter Gewalt aus der Vergangenheit

Anto Stumpf
Anto Stumpf
2 Min.
Eine Gruppe von Priestern geht über einen roten Teppich in einer Kirche, mit Menschen, die auf dem Boden vor ihnen und auf der rechten Seite stehen, und Fotorahmen an der Wand im Hintergrund.Anto Stumpf

Evangelische Kirche setzt pensionierte Polizisten ein, um in Personalakten nach Hinweisen zu suchen - Evangelische Kirche Westfalen durchsucht Personalakten nach sexualisierter Gewalt aus der Vergangenheit

Die Evangelische Kirche von Westfalen hat eine Untersuchung ihrer Personalakten eingeleitet, um frühere Fälle sexualisierter Gewalt aufzudecken. Für die Prüfung der Unterlagen wurden ehemalige Polizeibeamte engagiert – beginnend mit den Akten aktueller Mitarbeiter, bevor archivierte Akten gesichtet werden. Ziel der Überprüfung ist es, sicherzustellen, dass keine Fälle aufgrund von Verjährungsfristen unberücksichtigt bleiben.

Der Prozess startete am 1. Februar 2023 unter der Leitung eines ehemaligen Beamten. Ab dem 1. März wird ein zweiter Offizier das Team verstärken, um die Arbeiten zu beschleunigen. Sämtliche Personalakten, die im Landeskirchenamt vorliegen, sollen geprüft werden, wobei noch keine Schätzung vorliegt, wie lange die Auswertung dauern wird.

Sollten Hinweise auf Fehlverhalten gefunden werden, werden die Akten an die Stelle zur Aufarbeitung von Verletzungen der sexuellen Selbstbestimmung (UVSS) weitergeleitet, die weitere Schritte einleitet. Je nach Schwere des Vergehens können die Konsequenzen von internen disziplinarischen Maßnahmen bis hin zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses reichen.

Charlotte Nieße, die Beauftragte der Kirche für die Aufarbeitung von Verletzungen der sexuellen Selbstbestimmung, wird die regionalen Synoden künftig über den Stand der Überprüfung informieren. Zunächst liegt der Fokus auf den Akten des aktuellen Personals, bevor die Prüfung auf die Unterlagen ehemaliger Mitarbeiter ausgeweitet wird.

Ähnliche Überprüfungsinitiativen gibt es bereits in der Evangelischen Kirche im Rheinland, doch bleibt unklar, wie viele der Landeskirchen innerhalb der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) vergleichbare Maßnahmen ergriffen haben.

Die Untersuchung stellt einen proaktiven Schritt dar, um frühere Verstöße innerhalb der Kirche zu identifizieren und aufzuarbeiten. Die Ergebnisse werden entscheiden, ob gegen beteiligte Personen disziplinarische oder rechtliche Konsequenzen gezogen werden. Der Prozess wird fortgesetzt, bis alle relevanten Akten gesichtet wurden.

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