35-Millionen-Wasserstoffanlage in Düren kämpft um ihre Zukunft trotz Bundesförderung

Anto Stumpf
Anto Stumpf
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Ein gelbes wasserstoffbetriebenes Elektroauto, das drinnen auf einem Parkplatz steht und von Absperrpollern mit Seilen, Bannern und Schildern umgeben ist, mit einer Person im Auto und einer Gruppe von Menschen in der Nähe.Anto Stumpf

35-Millionen-Wasserstoffanlage in Düren kämpft um ihre Zukunft trotz Bundesförderung

Für 35 Millionen Euro entsteht in Düren eine Wasserstoffanlage – doch ihre Zukunft ist ungewiss

Mit einer Bundesförderung von 14,7 Millionen Euro nimmt in Düren eine Wasserstofffabrik Gestalt an, die im Brainergy Park Jülich angesiedelt ist. Die 10-Megawatt-Elektrolyseanlage soll grünen Wasserstoff produzieren – doch schon vor dem vollen Betrieb steht das Projekt vor existenziellen Herausforderungen. Geringe Nachfrage und hohe Kosten gefährden ihre Wirtschaftlichkeit.

Die Anlage ist darauf ausgelegt, bis zu 180 Kilogramm Wasserstoff pro Stunde herzustellen, was etwa 1.577 Tonnen im Jahr entspricht. Doch der aktuelle Bedarf ist minimal: Lediglich rund 20 Wasserstoffbusse in Düren verbrauchen jährlich etwa 72 Tonnen – die Anlage würde damit nur im einstelligen Prozentbereich ausgelastet sein.

Hinzu kommen die hohen Betriebskosten. Strom und Wartung treiben den Preis für den Bus-Wasserstoff auf 105 bis 140 Euro pro Kilogramm. Allein die jährlichen Kapitalkosten belaufen sich auf 4,97 Millionen Euro, was die Kapitalkosten pro Kilogramm auf 69 Euro hochtreibt. Im Vergleich bleiben Diesel- und Elektrobusse in der Region günstiger im Unterhalt.

Bei den Emissionen zeigt sich ein gemischtes Bild: Die Wasserstoffbusse in Düren stoßen je nach Berechnungsmethode 43,9 bis 48,8 Tonnen CO₂ pro Fahrzeug und Jahr aus – weniger als Dieselbusse mit etwa 79,5 Tonnen. Durch die fortschreitende Dekarbonisierung des deutschen Stromnetzes könnte der CO₂-Fußabdruck von Wasserstoff jedoch langfristig weiter sinken.

Trotz der Investitionen haben sich bisher keine großen Industriekunden oder Verkehrsbetriebe in der Nähe von Jülich zu langfristigen Wasserstoffabnahmen verpflichtet. Stattdessen setzen lokale Nahverkehrsunternehmen auf den Ausbau ihrer batterieelektrischen Flotten. Auch der Bundesrechnungshof hat eine Überprüfung der deutschen Wasserstoffstrategie angemahnt – ein weiteres Fragezeichen für die Zukunft des Projekts.

Die Jülicher Anlage steht vor einem schwierigen Weg. Ohne gesicherte Abnehmer und bei höheren Kraftstoffkosten als die Alternativen bleibt ihre wirtschaftliche Tragfähigkeit fraglich. Zwar könnten künftige Netzerweiterungen die Emissionen senken, doch aktuell belasten geringe Auslastung und finanzielle Engpässe das Projekt schwer.

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