Tönnies sichert Landwirte mit neuem Versicherungskonzept gegen Tierseuchen ab
Tönnies sichert Landwirte mit neuem Versicherungskonzept gegen Tierseuchen ab
Der Fleischproduzent Tönnies hat ein neues Versicherungskonzept eingeführt, um Landwirte vor finanziellen Verlusten durch Tierseuchenausbrüche abzusichern. Der Schritt folgt auf jüngste Vorfälle, darunter die Vernichtung von 1.000 Tonnen Fleisch im Jahr 2024, nachdem infizierte Tiere in einer der Anlagen des Unternehmens entdeckt worden waren.
Die Initiative kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Afrikanische Schweinepest weiterhin die Nutztierbestände bedroht – allein in Nordrhein-Westfalen wurden über 300 tote Wildschweine gemeldet.
Die Afrikanische Schweinepest ist eine hochansteckende und in der Regel tödlich verlaufende Krankheit. Bei einem Nachweis müssen infizierte Tiere umgehend gekeult werden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. 2024 erlitt Tönnies erhebliche Verluste, nachdem in einer Einrichtung in Mecklenburg-Vorpommern infizierte Schweine gefunden worden waren, was zur Vernichtung von 1.000 Tonnen Fleisch führte.
Um den Schutz zu verstärken, hat Tönnies seine Einkaufsbedingungen überarbeitet. Lieferanten müssen nun garantieren, dass bei der Anlieferung keine meldepflichtigen Tierkrankheiten vorliegen. Zudem führte das Unternehmen einen Haftungsschutz ein, der Landwirte absichert, wenn Standardversicherungen im Falle von Seuchenausbrüchen nicht greifen.
Die neue Versicherung gilt bereits für alle Landwirte, die Tönnies beliefern. Anfangs übernimmt das Unternehmen die Kosten, plant jedoch, sie später an die Lieferanten weiterzugeben. Schätzungen zufolge wird der zusätzliche Aufwand im niedrigen zweistelligen Cent-Bereich pro Tier liegen.
Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) lobte das Konzept als "entscheidenden Schritt", um existenzbedrohende Risiken für Landwirte und Händler zu verringern. Zudem biete es mehr Rechtssicherheit bei Schadensersatzforderungen.
Tönnies betreibt acht Schlachthöfe in Deutschland und arbeitet mit über 10.000 Lieferanten zusammen. Allein 2024 verarbeitete das Unternehmen 13,2 Millionen Schweine und 400.000 Rinder. Die neuen Maßnahmen sollen diese umfangreiche Lieferkette vor künftigen Seuchengefahren schützen.
Das Versicherungskonzept bietet Landwirten, die Tönnies beliefern, sofortigen finanziellen Schutz. Zwar werden die Kosten langfristig auf die Lieferanten umgelegt, doch erwartet das Unternehmen, dass die Belastung pro Tier gering bleibt. Angesichts der weiterhin aktiven Afrikanischen Schweinepest in Teilen Deutschlands schafft der Schritt ein Sicherheitsnetz für eine Branche, die weiterhin mit erheblichen Risiken konfrontiert ist.
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